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Pain in her heart

von Denise

Kapitel 1

Die ganze Zeit dachte sie an ihn. An ihren Mann. Er war in letzter Zeit so anders, nicht er selbst, fand sie bedrückt und drückte das Kissen fester an sich. Sie lag auf dem Boden im Wohnzimmer und dachte nach. Über was? Über alles. Alles ging ihr seit einem Tag durch den Kopf. Immer und immer wieder sagte sie sich, dass sie an allem Schuld war. Nur, weil sie vor zwei Tagen keinen Höhepunkt hatte, war er nicht hier, sondern im Büro und hatte Selbstzweifel. In der letzten Nacht hatte sie mal wieder einen Alptraum. Ihre Nerven lagen blank. Daraufhin hatte sie ihren kleinen Sohn zu ihrer Mutter gegeben, die ihr besorgt begegnet war, als sie im Park war. Aber Dana wusste sehr wohl, dass sie schrecklich aussah und wieder waren ihr Tränen über das Gesicht gelaufen, woraufhin Maggie sie gefragt hatte, was los sei. Da war einfach alles auf ihr heraus gebrochen. Jetzt wusste ihre Mutter von der Nacht, in der sie zu müde gewesen war, um noch einen Höhepunkt zu bekommen. Walter machte sich Vorwürfe, er wäre schlecht. Doch jenes stimmte nicht. Energisch blinzelte Dana nun die Tränen weg, die drohten, abermals den Teppich zu durchnässen. Im Haus war es still. Beängstigend still. In ihr kroch die Erinnerung und Angst an ihren Alptraum hoch und ein Schluchzen entrang sich ihrer Kehle. Warum hatte sie diese furchtbaren Träume? Wieso sie?

Was hatte sie denn getan, um so bestraft zu werden? Sie wusste es nicht.

Erschöpft schloss sie ihre Augen und schlief auch sofort ein, das Kissen fest an sich gedrückt. Da begann auch gleich ein Alptraum:



Dana stand in einem dunklen Wald und starrte in die Tiefe vor sich. Eine schwarze Schlucht tat sich vor ihren Füßen auf und sie wich drei Schritte zurück, dann kam sie nicht mehr weiter. Als sie sich vorsichtig umdrehte, sah sie, weshalb: Eine weitere Schlucht. Nun hob Dana den Kopf und sah sich erschrocken um. Nichts! Ein kleines Stückchen Erde, auf dem sie stand und sonst nichts! Nur gähnende Dunkelheit und bitterliche Kälte. Frierend rieb Dana sich ihre Arme und ließ sich auf den Boden sinken. Wo um Himmelswillen befand sie sich hier? Wo war Walter? Wieso war sie überhaupt hier? So oft sie sich dass auch fragte - sie bekam keine Antworten. Als sie ihren Kopf hob und nach oben blickte, sah sie, dass es auch kein Licht, oder einen Himmel gab. Aber sie entdeckte so etwas, wie einen Zipfel von einem Stück Stoff und rappelte sich stöhnend auf. Langsam trat sie näher an den Abgrund heran. Gerade, als sie ihren Fuß über den Abgrund heben wollte, traf dieser auf einen Widerstand. Erstaunt erhob sie eine Hand und berührte etwas kühles direkt vor sich. Was war dass? Dana spürte etwas kühles unter ihren Fingern und zog die Augenbrauen zusammen. Glas? Ihr Blick wanderte wieder nach oben. Ohne groß zu überlegen holte sie weit mit der Hand aus und hämmerte gegen das Glas. Plötzlich lichtete sich die Dunkelheit und Dana blieb die Luft weg. Nein... nein! Das... das konnte.. das durfte nicht sein! Sie wich entsetzt zurück und stand nun mit dem Rücken an der anderen Glaswand. Ihre Augen waren weit aufgerissen und starrten diagonal nach oben, wo...



Dana fuhr mit einem angstvollen Schrei aus dem Schlaf und saß zitternd auf dem Boden im Wohnzimmer. Ihr Atem ging heftig und stoßweise, während ihr Herz und Puls rasten. Nach dem kurzzeitigem Schockzustand, der nur wenige Sekunden anhielt, brach sie in Tränen aus und schluchzte verzweifelt. Sie vergrub ihr Gesicht in beiden Händen und ließ sich auf das Kissen fallen. Ihr Körper zitterte unkontrolliert und Dana wusste, dass sie in dieser Nacht wieder keinen Schlaf finden würde, da ihr Walter nicht hier, bei ihr war. Warum hatte sie solche Alpträume? Warum? Immer wieder diese schrecklichen Träume, wenn Walter sie nicht in seinen Armen hielt und beschützte! Etwas in ihr begann zu zerbrechen. Innerlich schmerzte es und sie verkrampfte ihre Hände im Kissen, um zu vergessen. Den Alptraum, die Schmerzen und vor allem diese unerträgliche Einsamkeit! Doch es half nichts. Im Gegenteil. Am ganzen Körper zitternd, stand sie auf und schleppte sich mit größter Mühe in den Flur, wo sie sich Schuhe und Jacke anzog. Schluchzend nahm sie ihren Hausschlüssel und steckte ihn sich in die Jackentasche.

Dann verließ sie die Einsamkeit des Hauses und trat hinaus. Es dämmerte schon und sie ging langsam zum Auto, welches in der Auffahrt stand. Dana schloss den Wagen auf und stieg hinein.

Mit durchdrehenden Reifen fuhr sie in Richtung See.



Immer noch am ganzem Leibe zitternd saß sie am See auf einem großem Felsen, der aus dem Wasser ragte und hatte den Kopf auf die Knie gestützt, die Arme um ihre Beine geschlungen und starrte gedankenverloren auf den weiten See hinaus. Tränen verschleierten ihren Blick und sie blinzelte ein paar Mal, ehe sie wieder klar sehen konnte. Hier draußen war es recht kühl und Dana atmete die Abendbrise ein. Früher hatte sie oft mit Mulder hier gesessen und nachgedacht. Damals hatte sie auch so einen Alptraum gehabt, aber nicht, weil sie alleine gewesen war, nein. Dana hatte damals erfahren, dass sie an Krebs litt. Als sie es erfahren hatte, war sie hierher gefahren und hatte geweint. Mulder hatte sie gefunden und war bei ihr geblieben, um sie zu trösten und in seinen Armen zu halten. Seitdem war sie, wenn sie Angst, Kummer oder Schmerzen hatte, immer hierher zurückgekommen. Jetzt saß sie abermals hier und hatte Angst. Große Angst. Der Wind ließ ihre Haare wehen und Dana strich sich ein paar Strähnen aus ihrem verweinten Gesicht. Es war eigentlich nicht ihre Art, einfach wegzulaufen und sich ihrem Kummer zu ergeben, doch ohne Walter war sie zu schwach. Ja, zu schwach. Mit einem gequältem Seufzen schloss sie ihre Augen und genoss die besänftigende Ruhe und Frische des Sees. Die Kleinen in ihr waren ruhig, weil sie sich nicht wohl fühlte, und Kinder spürten so etwas. Manchmal, wenn sie unglücklich war, welches aber nur der Fall war, wenn ihr Walter nicht bei ihr war, unterhielt sie sich mit den Kleinen. Dann wusste sie, dass sie gebraucht wurde und nicht allein auf der Welt war.

Konnte es möglich sein, dass sie frigide wurde? Viele ihrer (nun, ehemaligen) Freundinnen hatten es vor einigen Wochen zu ihr gesagt, weil sie keinen anderen Mann außer Walter hinterher sah. Aber das hatte ja auch einen Grund. Dana liebte ihn und wollte keinem anderen hinterher gaffen.



Nun war die Sonne versunken und es war pechschwarz um sie herum. Als sie den Kopf hob, wurde sie schlagartig wieder an ihren Traum erinnert und sprang aus Reflex entsetzt auf, woraufhin sie ihr Gleichgewicht verlor und ausglitt...