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Smoke in your head

von Marion Kirchner

Kapitel 1

~Prolog~



London, genauer Ort unbekannt, 8:30 Uhr



Langsam hielt die große schwarze Limousine am Straßenrand. Regen prasselte auf die leere Straße, sammelte sich, floss in kleinen Rinnsalen den Gehweg hinab, spülte die Sünden weg, die in dem Gebäude neben ihm entstanden waren, die Sünden die dort gelagert wurden wie Massenvernichtungsmittel.

Die Beifahrertür des Wagens sprang auf, polierte Schuhe sanken in die Pfützen, das Wasser umspielte das Hindernis, ratsam wäre es, es zu umspielen, dennoch besaß nur das Wasser diese natürliche Intelligenz. Ein Mann stieg aus, stark, hoch gewachsen, elegant. Seine Absichten verbargen sich hinter seinen glasigen nichts sagenden Augen. Er trat hinüber zur Hintertür, öffnete sie. Wieder sackten ähnliche glänzende Schuhe in das Wasser, wieder floss es um sie herum, wieder erhob sich ein Mann aus der Limousine. Jedoch kleiner, fast zierlich. Graue Haare lagen sorgfältig auf seinem Haupt. Strenge, doch auf eine gewisse Weise fürsorgliche Augen blickten aus ihren Höhlen, erhellten sein von Schrecken gegerbtes Gesicht. Der erste Mann öffnete einen Regenschirm über dem anderen. Dieser griff schnell nach einer Aktentasche, die er auf dem Rücksitz zurückgelassen hatte. Sie setzten sich in Bewegung und betraten das Gebäude. Das Wasser tropfte von ihnen hinab, weg von der Angst und dem Wahnsinn den sie verübten. Das Wasser war schlau, das Wasser blieb außerhalb dieses verbotenen Kreises, der sich in diesen Minuten in dem alten steinernen Gebäude in England sammelte.



Vorsichtig öffnete er die Tür zu einem neuen Anfang. Er wusste selbst was für eine Art von Schritt er dabei war zu wagen. Er missfiel ihm, doch er wusste, es war die einzige realistische Möglichkeit das zu erreichen, was in seinen Augen das einzig Richtige war. Dieser Wahnsinn musste ein Ende nehmen, er wusste, sie würden ihn belächeln wenn er ihnen diesen Vorschlag unterbreitete, doch welche Wahl blieb ihm?

Er betrat den Raum. Da waren sie, alle, alle, die er vorgeladen hatte. Ihre dunklen Augen starrten ihn an. Er zitterte, fühlte die Sünden all dieser Menschen, die sich in Massen häuften die menschlich nicht zu erfassen waren. Er sah das Böse, das einzig wirklich Böse in dieser Gesellschaft. Doch was konnte als Böse gelten, in einer Welt, die verlogen, verdorben und krank war? Er wusste keine Antwort auf diese Frage, ebenso wenig auf die, die ihn innerlich plagte. War er besser als all diese Männer?



„Guten Morgen, meine Herrschaften. Entschuldigen Sie bitte meine Verspätung, es galt einige wichtige Angelegenheiten zu klären.“ Er ließ sich in einen Sessel fallen, der am Kopfende eines langen Tisches stand. Sie alle saßen daran, Akten, Notizbücher und Stifte vor ihnen liegend.

„Sie werden sich sicher fragen, warum ich Sie zu solch früher Stunde, weit entfernt vom 50sten Tag zusammenrufe.“ Er strich sich sein Haar nach hinten. Rauch stieg ihm in die Nase. Er kam von einer hinteren Ecke des Raumes, er wusste, dass ER anwesend war und das, obwohl er nicht beabsichtigt hatte ihn vorzuladen.

„Die Zeiten ändern sich, liebe Kollegen, die Zeiten haben sich geändert. Ich bin mir dessen bewusst, dass wir nicht bemächtigt sind, meinen folgenden Vorschlag auszuführen, jedoch halte ich es für notwendig ab einem gewissen Zeitpunkt, dem Zeitpunkt, an dem alles außer Kontrolle zu geraten erscheint, unsere Vorgehensweise zu ändern.“ Ihre Blicke wurden dunkel, anders, vernichtend.

„Was wollen Sie damit sagen?“, kam es von einem schnurbärtigen Mann, dessen Schläfen zu ergrauen begannen.

Der erste Mann zögerte einige Sekunden, sagte jedoch:

„Der ursprüngliche Kern des Plans, beschränkte sich auf die Gruppe als einzig wissende Personen. Man sollte seine Feinde besser kennen, als seine Freunde. Ich schlage eine Eingliederung der Personen vor.“ Sein Atem rasselte.

„Sie beabsichtigen also tatsächlich sie zu uns zu holen?“ Der Raucher trat aus seiner Ecke hervor. Starrte den Mann an. „Ich dachte dieses Thema lege weit hinter uns?“

„Nun, mit…mit Sicherheit glaube ich nicht, dass er dafür geeignet ist. Aber was ist mit ihr?“

Der Raucher wandte sich ab, drückte seine Zigarette in einem auf dem Tisch stehenden Aschenbecher aus, zündete sich eine neue an.

„Sie…“, murmelte er vor sich hin.

Ein weiterer Mann, der sich bisher zurückgehalten hatte, erhob sich. Er war groß, dünn und weitaus jünger als die übrigen Mitglieder der Versammlung. Sie hatten Respekt vor ihm, obgleich er das erste Mal an einer offiziellen Sitzung teilnahm, obwohl er der Einzige war, der jemals, obwohl nicht von Anfang an dabei, zu ihnen getreten war.

„Ich denke, man könnte es durchaus in Erwägung ziehen.“