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Klappe, Mulder: Ich spiele jetzt Baseball!

von Kinona

1/1

O.k. Also ich kann es zwar immer noch nicht wirklich glauben, aber Mulder hat mich wohl offenbar tatsächlich hierher bestellt um mit mir Baseball zu spielen. Nach einem anstrengenden Tag, der viel zu früh angefangen hat, weil Mulder mich ja unbedingt in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett klingeln musste, um irgendwelche alten Zeitungen nach etwas zu durchforschen, von dem ich immer noch nicht so genau weiß was es war, hat er mich jetzt hierher bestellt und hindert mich erneut daran meinen wohlverdienten Schlaf nachzuholen, bloß um mit einem Stück Holz auf kleine unschuldige Bälle einzuschlagen. Gut, das alles ist ja an sich noch nicht wirklich verwunderlich. Zumindest nicht für Mulders Verhältnisse. Das wirklich erstaunliche daran ist, das ich ihn dafür noch nicht zur Sau gemacht habe. Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir das ganze sogar. Ich meine, es ist ja wirklich eine mehr als süße Idee. Ungewöhnlich und irgendwie verrückt, aber süß. Wie gesagt: Das ungewöhnliche ist nicht, das Mulder mal wieder eine verrückte Idee hat. Das ungewöhnliche ist nur, das sie mir ausnahmsweise gefällt. Das ganze hier macht wirklich Spass! Und ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal wirklich Spass hatte. Immerhin ist es Samstag Abend. Da sollte man Spaß haben. Das gehört sich doch so! Und es fühlt sich gut an. Das riesige Stadion ist von Flutlichtern beleuchtet, Mulders Arme sind um mich geschlungen und hindern mich daran zu frieren. Ich kann ihn ganz nah bei mir spüren. Sein Körper an meinem. Mulder und ich. Das scheint so eine Art Naturgesetz zu sein. Er und ich alleine auf dem riesigen Spielfeld. Der kleine blonde Balljunge zählt nicht! So verrückt das jetzt auch klingen mag: Zum ersten mal heute bin ich vollkommen entspannt. Ich kann mich fallen lassen. Mulder ist ja da und fängt mich auf. Ich kann mich in seinen starken Armen zurücklehnen. Sagen wir einfach ich bin vollkommen übermüdet, aber selbst die Sache mit den Hüften gefällt mir: Drehen und... Schlag! Ich hätte nie gedacht das es so viel Freude machen kann einen Ball zu treffen. Und ehrlich gesagt bin ich selber etwas überrascht mich lachen zu hören...







Wow! Sie lacht. Vielleicht war das ganze ja doch nicht ganz so verrückt wie ich geglaubt habe. Scheint, als hätte ich ausnahmsweise tatsächlich etwas richtig gemacht, denn Dana Scully lacht. Es ist ein Lachen, das die Sonne zum Scheinen bringen könnte. Und mir wird klar, das ich dieses glückliche, befreite Lachen viel zu selten zu hören bekomme. Das sollte ich unbedingt ändern. Vielleicht sollte ich öfter einmal versuchen etwas richtig zu machen. Es lohnt sich! Allein schon dieses Lachen wäre die Mühe wert. Und da ist ja auch noch dieser Duft. Ich glaube es ist ihr Haar. Muss das Shampoo sein. Es riecht jedenfalls irgendwie nach Erdbeeren. Und wann um alles in der Welt hat sie sich diese phänomenale Wildlederjacke gekauft? Das Gefühl von diesem Material an meiner Haut macht mich verrückt. Alles in allem ist es genauso wie es sein sollte: Scully und ich! Meine Scully ganz nach bei mir. Es ist schon beinahe so perfekt, das ich Angst habe, das irgendwo am Horizont plötzlich ein grelles Licht erscheint und kleine graue Männchen auftauchen. Doch stattdessen höre ich ihr unbeschwertes Lachen. Und als ich sie ansehe blickt sie mich mit großen grünen Augen und glücklich lächelnd an. Ganz nah bei mir. Ihr Gesicht nur wenige Zentimeter von meinem entfernt. Und für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen. Es gibt nur noch Scully und mich und dieses Spielfeld, als plötzlich jemand an meinem Hosenbein zupft. Ich bin etwas irritiert den kleinen blonden Balljungen zu sehen. Ehrlich gesagt hatte ich für einen Augenblick vollkommen vergessen das er überhaupt existiert.



„Es ist schon spät!“ erklärt er , als er sich meiner Aufmerksamkeit sicher ist. Und als ich ihn irritiert anschaue fügt er erklärend hinzu: „Ich muss langsam nach Hause.“







Ich kann mir ein Grinsen beim besten Willen nicht verkneifen. Mulders Gesichtsausdruck ist ein Bild für die Götter. Als würde der Kleine Spanisch reden. Als er langsam zu verstehen beginnt, was ihm der kleine sagen will, fängt er an etwas unbeholfen in seinen Hosentaschen zu kramen und murmelt etwas in Richtung: „Ach so... ja, sicher! Einen Moment noch.“ vor sich hin. Dann streckt er dem kleinen einen Bündel Dollarscheine entgegen und verabschiedet sich von ihm. Ich wundere mich selbst, doch jetzt wo er einen Schritt zur Seite gemacht hat vermisse ich bereits seine Arme um meinen Körper. Und eine unangenehme Kühle umfasst mich. Ich beobachte wie der kleine Junge in der Dunkelheit verschwindet. Und als ich meinen Blick wieder zu Mulder wende glaube ich so etwas wie Enttäuschung erkennen zu können. Es scheint ihm tatsächlich leid zu tun das unsere kleine Baseballstunde schon vorbei ist. Und als er mich mit seinem traurigen Hundeblick ansieht kann ich nicht anders. Er macht es mir wirklich zu einfach.



„War das etwa schon alles?“ necke ich ihn.



Einen Augenblick lang scheint er tatsächlich irritiert zu sein über meine Frage, dann verzieht er seine Lippen zu einem Lächeln.



„Aber nicht doch, Agent Scully! Das war erst der Anfang.“







Hastig mache ich mich auf den Weg zu dieser vormittelalterlichen Ballmaschine. Das Spiel scheint ihr Spass zu machen und ich denke nicht im Traum daran jetzt aufzuhören. Ich will Scully nicht einen Augenblick länger als nötig alleine zu lassen. Dieser kleine Junge hat mir doch erklärt wie das hier geht. Irgendwo muss ein Hebel sein mit dem man das ganze von Manuel auf Automatik stellen kann. Mit einem kräftigen Schlag stelle ich ihn um und sprinte zurück zum Spielfeldrand, wo sie bereits mit erwartungsvollem Blick auf mich wartet. Und dann ist da wieder dieses bezaubernde Lächeln. Für einen Moment raubt es mir den Atem. Beiläufig streicht sie sich eine Strähne ihres tizianroten Haares aus dem Gesicht. Es ist nur eine winzige Geste, eine Geste die ich schon so oft gesehen habe, dass ich es nicht einmal zählen kann. Doch heute Abend hat sie eine ganz besondere Wirkung auf mich. Heute abend sind es die kleinen Gesten, die das alles hier erst besonders machen. Plötzlich kommt Wind auf. Und... Sie hat eine Gänsehau! Oh mein Gott, sie hat eine Gänsehaut. Ich wusste nicht das eine Gänsehaut so sexy sein kann. Mulder, halt dich zurück: Du redest hier von Dana... Ich meine Scully! Deiner Partnerin. Wie auch immer... Sie friert und plötzlich habe ich das unglaubliche Bedürfnis sie zu wärmen.







Im Zeitlupentempo kommt er auf mich zu. Zumindest kommt es mir so vor. Da ist plötzlich etwas in seinen Augen. Das ist verrückt! Ich meine, ich kenne Mulders Augen. Ich sehe sie täglich, doch dieser Blick irritiert mich. Er lässt mir regelrecht eine Gänsehaut über den Rücken fahren. Seine Stimme reißt mich aus meinen Gedanken.



„Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, das es jetzt erst richtig losgeht!“ lächelt er.



Dann steht er wieder hinter mir und ich spüre wie er wieder vorsichtig seine Arme um mich legt um den Baseballschläger in meiner Hand festzuhalten. Die Maschine hat uns schon längst die ersten Bälle entgegen geschossen, doch ich kann mich nicht von seinen Augen losreißen und versuche so gut es von dieser Position aus geht zu ihm aufzublicken. Unsere Wangen berühren sich leicht als er zu mir hinunter sieht. „Bereit?“ fragt er und ich kann seinen warmen Atem auf meiner Haut fühlen. Dieses Gefühl raubt mir für einen Moment die Sprache, so das ich nur lächeln und nicken kann. „Konzentrieren Sie sich einfach voll und ganz auf den Ball!“ höre ich ihn sagen. „Nur auf den Ball!“



Ja, genau! Als ob das so leicht wäre, jetzt wo er seinen Körper noch näher an meinen presst. Nur zwei Lagen von Stoff, seine Kleidung und meine Kleidung, trennen uns voneinander. Reiß dich zusammen, Dana! Das ist doch lächerlich! Schließlich ist es ja nicht das erste mal das Mulder und ich uns so nahe sind. Ich werde mich ganz einfach auf den Ball konzentrieren. Außerdem kommt jetzt mein Lieblingsteil. Diese Sache mit dem Hüftendrehen. Drehen... und Schlag! O.k. Ich gebe zu, das ich mich etwas mehr an ihn lehne als nötig. Doch ich schwöre es ist unabsichtlich. Ich kann einfach nicht widerstehen... Drehen und Schlag!







O.k. Also das ganze hier wird langsam definitiv peinlich! Bilde ich mir das nur ein, oder wird die Reibung zwischen unseren Körpern immer heftiger? Wow, also allein die Hitze, die von ihrem Becken an meinen Lenden auszugehen scheint ist unerträglich. Was auch immer sie da tut, sie sollte möglichst bald damit aufhören. Schließlich bin ich auch nur ein Mann. Ich reagiere auf diese Art von subtilen Reizen. Und wie ich reagiere. Merkt sie das denn nicht? Drehen und Schlag! Ich muss mich konzentrieren. Beinahe hätte ich den Ball verfehlt. Ich führe mich doch tatsächlich auf wie ein pubertierender Teenager! Und ihr scheint es sogar Spass zu machen mich zu quälen...







Ich genieße es. Ja, verdammt ich muss zugeben, das ich das ganze hier genieße. Ich kann es nicht fassen, doch ich bin tatsächlich erregt. Drehen und Schlag! Diesen Ball hätten wir beinahe verfehlt. Mulder scheint ein wenig unkonzentriert zu sein. Und als ich mich ihm noch ein wenig mehr entgegen beuge glaube ich auch den Grund dafür zu spüren. Ich bin überrascht, doch Mulder scheint auf dieses Spiel hier ebenfalls zu reagieren. Und ich kann mir ein selbstgefälliges Grinsen nicht verkneifen. Es ist verrückt! Ich meine, ich rede hier von Mulder, meinem Partner. Wir sind beide erwachsen und verantwortungsbewusst genug um so eine Situation nicht eskalieren zu lassen... Ach, verdammt was solls: Es ist Samstag Abend, ich bin unausgeschlafen und außerdem hat er damit angefangen. Er hat mich heute morgen aus dem Bett geklingelt um staubige Zeitungen zu wälzen, dann hat er mir meine Tofueis-Träumerei geklaut, und jetzt zwingt er mich dazu auf Bälle einzuschlagen anstatt zu schlafen. Es wird Zeit das wir ein bisschen die Spielregeln ändern, und ich glaube ich weiß auch schon wie...



„Wollen Sie mir nicht so langsam einmal erklären weshalb Sie mich hierher bestellt haben?“ frage ich mit gekonnt verführerischer Stimme.



„Sie haben sich doch beschwert, ich würde die schönen Seiten des Lebens nicht genießen!“ antwortet er.



Drehen und Schlag!



„Und da haben Sie selbstverständlich sofort an... Baseball gedacht!“



Irgendwie scheint sein Griff fester zu werden. Gott, ich halte diese Nähe nicht mehr lange aus.



„Und wollte Sie natürlich an meiner Freude teilhaben lassen.“ grinst er. „Was kann es Schöneres geben?“



Ich sehe zu ihm auf und versuche in seinen Augen zu lesen.



„Mir würde da schon was einfallen!“ antworte ich.



Und für einen Moment sieht er mich überrascht an. Ich kann ein triumphierendes Lächeln nicht unterdrücken. Schließlich habe ich es doch tatsächlich geschafft ihn aus dem Takt zu bringen. Als der nächste Ball angeflogen kommt reagiert er zu spät und mein plötzlicher Versuch den Ball doch noch zu erwischen bringt uns zum Stolpern. Auf einmal liege ich auf ihm. Wir müssen beide lachen.



„Ich glaube, das ist nicht ganz was man unter einem Touchdown versteht!“ höre ich ihn sagen.



Doch momentan ist mir nicht ganz nach Witzen zumute. Da liegt eine unglaubliche Spannung in der Luft als wir uns diesmal ansehen. Das ist meine Chance. Jetzt oder nie! Während ich mich über ihn knie lasse ich gekonnt meinen Körper an seinem entlang gleiten. Mit verwirrtem Blick schaut er mich an.



„Scully, was...?“



„Klappe, Mulder!“ unterbreche ich ihn grinsend. „Ich spiele jetzt Baseball!“



Spielerisch streiche ich mit meiner Hand über seine Brust während ich mich ganz nah zu ihm hinabbeuge.



„Und wenn Sie ganz brav sind, erkläre ich Ihnen vielleicht sogar die Spielregeln!“



Dann tue ich das, wonach ich mich schon die ganze Zeit gesehnt habe. Vorsichtig berühre ich seine unglaublich weichen und warmen Lippen. Ja, ich denke dieses Spiel könnte mir Spass machen. Und was den Spielstand angeht, so glaube ich, steht es jetzt eindeutig 1:0 für mich!
Ts, ts... schon lustig was ich nach 42 Minuten Akte X mitten in der Nacht so zusammen phantasiere, oder? Ich hoffe doch das ist nicht ansteckend... *g*