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Vater, vergib mir!

von Kinona

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Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt!



Unwürdig knie ich hier vor Dir und flehe Dich an mich aus meiner Hölle zu befreien. Aus der Hölle, die ich mir selber schuf...



Ich bitte Dich, hilf mir, jetzt, da ich nicht mehr weiter weiss. Jetzt, da ich einsehe, dass ich die grösste Sünde meines Lebens begangen habe. Die Sünde, die mir zum Verhängnis wurde: Die Sünde ihn zu lieben!



Es heisst: Herr, ich bin nicht würdig, das Du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele wieder gesund.



Doch ich habe aufgehört zu glauben, dass es wirklich so einfach ist. Denn wie Gift fliesst die Liebe zu ihm durch meine Adern, wie dunkle Schatten verunreinigen die Gedanken an ihn mein Herz und meine Seele ist krank vor Sehnsucht nach ihm!



Untrennbar sind wir miteinander verbunden. Ich weigere mich ihn gehen zu lassen!



Ich komme um zu Beten und Busse zu tun, doch zur Reue fehlt mir die Kraft.



Denn in seinen Armen zu liegen, von seinen Lippen zu trinken, seine Küsse zu spüren war das Schönste, was ich je empfand.



In seinen Augen fand ich mein Paradies. Nun bin ich vertrieben, denn ich liess die Sünde der Liebe unsere Freundschaft zerstören. Verdammt dazu im Fegefeuer meiner Gefühle zu leiden.



Ich lebte in dem Irrglauben stark zu sein, um dann bei ihm schwach zu werden. Zu spät erkannte ich, das er mein Sündenfall geworden war. Die Versuchung, der ich nicht widerstehen konnte.



Jetzt sehe ich, das all das ein grosser Fehler war. Und doch, könnte ich wählen, so wünschte ich mich in seine Arme zurück. Und könnte ich die Zeit zurückdrehen, so würde ich alles wieder genauso machen. Nichts würde ich ändern wollen...



Bis auf jenen Augenblick, als ich erkannte, das es falsch war, das es ein uns niemals geben wird. Warum konnte ich nicht in dem Irrglauben, das alles so ist wie es sein sollte, das alles gut gehen würde, sterben? Warum konnten dieses eine mal in meinem Leben, die Dinge nicht einfach ein glückliches Ende nehmen? Dieses eine mal nur, nicht in einer Katastrophe enden?



Was würde ich nicht alles dafür geben, ihm zu gehören?



Vielleicht hätte ich die Worte niemals aussprechen, ihm niemals meine Gefühle offenbaren dürfen. Vielleicht hätte ich schweigen sollen. Es heisst, Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Doch manchmal ist Schweigen lauter als jeder Schrei.



Ich weiss es heisst, Deine Wege seien unergründlich und es ist nicht an uns an ihnen zu zweifeln. Und ich hoffe wirklich, das all das, was heute so sinnlos scheint, aus einem bestimmten Grund geschieht. Doch es heisst auch: Führe uns nicht in Versuchung!



Niemals wieder werde ich in seine Augen schauen können, ohne in den unergründlichen Tiefen zu versinken. Niemals wieder werde ich ihn berühren können, ohne vor Sehnsucht nach mehr zu vergehen. Niemals wieder werde ich in seine Arme sinken können, ohne von den Geistern der Erinnerung heimgesucht zu werden.



Wie soll ich leben, wenn er nicht mehr an meiner Seite ist? Wie soll ich es ertragen, ihn mit einer anderen zu sehen? Und ich spüre deutlich, wie ich verrückt werde, bei dem Gedanken daran. Es ist nur eine Frage der Zeit!



Ich wünschte, ich würde ihn hassen, doch ich kann es nicht. Noch immer schliesse ich ihn in meine Gebete mit ein. Noch immer bitte ich Dich darum, ihm seine Sünden zu vergeben.



Könnte er doch nur für einen Augenblick, mit meinem Herzen fühlen, spüren, was ich für ihn empfinde, so würde er mich allein der Liebe wegen lieben. Doch ich weiss, das wird nie passieren...



Ich kann Dich nicht darum bitten, mich von meinen Sünden zu befreien, denn nie im Leben, werde ich sie bereuen. Aber gib mir Kraft: Kraft zu akzeptieren, Kraft zu verstehen. Kraft ihn so zu lieben, das ich ihn gehen lassen kann! Kraft um mich reinen Herzens an ihn zu erinnern!



Amen.
Ich gebe zu, jetzt ist mal wieder meine katholische Erziehung bei mir durchgebrochen. Passiert ja auch selten genug, dass ich was davon habe, und (haltet mich für Verrückt, aber) Beichtstühle haben in meinen Augen schon immer eine ganz besondere Magie ausgestrahlt.