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Holidays

von Invisigoth

Kapitel #1


Maui 9.14 Uhr


 


Der weiße Strand war noch so gut wie menschenleer. Ab und zu lagen ein paar Urlauber auf den vom Hotel bereitgestellten liegen.


Genauso wie Agent Fox Mulder.


Er hatte sich bei Skinner 2 Wochen Urlaub genehmigen lassen, den er seiner Meinung nach mehr  als dringend nötig hatte.


Das letzte Mal als er sich ein paar freie Tage nehmen musste, war er nach Graceland gefahren, um dort den Kult von Elvis Haut nah mitzuerleben.


Mulder döste gemütlich vor sich hin, und genoss es wie die warme Sonne sich auf seiner Haut spiegelte.


Neben ihm stand noch eine Liege, auf der nur ein Handtuch aus dem Hotel lag. Von weitem konnte man Hundegebell hören, und eine Frau mit langen blonden Haaren joggte gerade ihrem Hund hinterher. Mulder schob die Sonnenbrille ein Stück nach unten, und blickte der Frau so lange hinter her, bis sie hinter einem kleinen Palmenwäldchen verschwunden war.


"Ohlala“, sagte er laut, und legte sich wieder hin.  Er genoss die Stille, da in ein paar Stunden die ersten Familien mit ihren Kindern an den Strand kamen. Plötzlich bedeckte ein Schatten sein Gesicht, und er machte langsam ein Auge auf.


"Was heißt denn hier Ohlala?", hörte man eine Frauenstimme fragen.


"Oh? Nichts. Ich dachte schon, du würdest nie aufstehen“, lenkte er geschickt auf ein anders Thema.


Dana gab ihm einen Kuss und legte sich auf die Liege neben ihm.


"Ich habe so gut geschlafen wie ein Murmeltier“, sagte sie und nahm einen Schluck aus ihrem Orangensaft.


"Da muss ich dir recht geben. Man hat dich bestimmt bis runter in die Lobby schnarchen gehört“, fing Mulder an zu scherzen.


Scully fischte sich ein Eiswürfel aus ihrem Glas und warf es ihm auf den Bauch.


Er schreckte hoch wie von der Tarantel gestochen und wollte Scully als Rache an den Beinen ins Wasser ziehen. Leider wurden sie durch das laute klingeln seines Handys gestört.


"Mulder“, sagte er etwas genervt und setzte sich auf Danas Liege.


"Oh, sie sind es, Sir“, er nahm automatisch die Hand von Scullys Knie. Dana verdrehte die Augen.


"Nein, sie stören nicht, ich wollt nur gerade schwimmen gehen."


Er machte eine kleine Pause und schaute Scully an.


"Wann und wie konnte das passieren?" Dana hörte an Mulders Tonfall das es was Erstes sein musste.


"Ja, ich werde Agent Scully anrufen, und sie informieren. Ja, Sir, morgen früh in ihrem Büro."


Er klappte sein Handy wieder zusammen.


"Was ist passiert?“, fragte sie und legte ihm eine Hand auf die Schulter.


"Das war Skinner. Er will das ich...wir, so schnell wie möglich nach Washington zurück fliegen."


Er schaute sie einen Moment an.


"Um was geht es denn? Wenn er schon nach uns verlangt, muss es ja was ziemlich Wichtiges passiert sein."


Mulder nickte.


"Donnie Pfaster ist gestern Abend aus dem Hochsicherheitstrakt der Anstalt geflohen. Er hat einen Sicherheitsbeamten niedergeschlagen und konnte unbemerkt entkommen. Erst heute Morgen bemerkten sei es, weil er nicht zum Frühstück erschien. Skinner will, dass wir diesen Fall übernehmen."


Scully konnte im ersten Augenblick nicht fassen, was sie gehört hatte.


"Skinner vermutete, dass Pfaster schon wieder auf der Suche nach Frauen ist, damit er sich wieder an ihnen vergehen kann. Der Psychiater, der ihn seit 4 Wochen betreut hatte, so was angedeutet, aber niemand wollte ihm Glauben schenken. Jetzt haben sie ihre Rechnung."


Er bemerkte Danas besorgten Gesichtsausdruck.


"Alles in Ordnung, Honey?"


Sie schaute ihn an und hatte Mühe sich ein Lächeln abzuringen.


"Mir geht es gut. Komm lass uns unsere Sachen packen, wir müssen den nächsten Flieger bekommen."


 


 


Washington D.C. am nächsten Tag


 


Der Flug war mit 2 Stunden Verspätung auf dem Flughafen gelandet. Mulder brachte Scully zu ihrer Wohnung und versprach ihr, sie in ein paar Stunden wieder abzuholen, damit sie wenigsten etwas schlaf bekam.


Dana hatte versucht im Flugzeug zu schlafen, aber sie bekam dort einfach kein Auge zu.


Nach 4 Stunden unruhigen Schlaf duschte Dana kurz und zog sich um.


Mulder holte Scully wie versprochen ab, und sie fuhren auf direktem Weg ins Büro.


Fox parkte den Wagen in der Tiefgarage. Sie stiegen aus und gingen zum Fahrstuhl. Dana drückte den Knopf für die 3. Etage und die Türen begannen sich zu schließen. Kurz bevor sie aber zu gingen, schob sich noch eine Hand zwischen die Türen.


Es war Direktor Skinner.


"Guten Morgen, Sir“, sagte Scully und rückte ein Stück näher an Mulder ran.


"Guten Morgen“, erwiderte er und blickte zuerst auf Mulder und dann auf Scully.


Ihm fiel auf, dass sie die gleiche gesunde Bräune hatte, wie Mulder. Er sagte aber nichts, da Scully auch ein paar Tage frei genommen hatte.


"Es tut mir echt sehr leid, dass ich sie in ihren freien Tagen stören musste, aber ich dachte mir, dass sie denn Fall gerne übernehmen würden."


"Schon in Ordnung“, sagte Mulder“, dafür nehmen wir, wenn das hier alles vorbei ist, noch eine Woche extra bezahlten Urlaub."


Skinner wunderte sich etwas über das "wir", sagte aber nichts dazu.


Der Fahrstuhl hielt an, und sie folgten Skinner in sein Büro, wo er sie gleich über die neusten Ermittlungen informieren konnte.


Es dauerte nicht lange, da man noch wenig Informationen hatte. Anschließend gingen Scully und Mulder zum Fahrstuhl und fuhren in den Keller.


Dana war die ganze Zeit über ziemlich still gewesen. Nachdem sie die Türen der Kabine geschlossen hatten, nahm Mulder Danas Gesicht zärtlich in seine Hände.


"Was ist mit dir? Wenn du dich besser fühlst kann ich für ein paar Tage bei dir wohnen...ich möchte dich in dieser Situation nicht so gerne alleine lassen."


Scully schaute ihn etwas überrascht an.


Das war wieder einer dieser Seiten, die selten an Mulder zum Vorschein kamen. Was auch seine Vorteil hatte.


Sie konnte es nämlich nicht ertragen, wenn Mulder so tat, als müsse er sie vor der ach so bösen Welt beschützen."


"Du weißt, wie ich über zu viel Mütterliche Liebe denke Mulder, aber ich nehme dein Angebot dankend an. Heute Abend bin ich aber bei meiner Mutter zum Essen eingeladen, wenn du nichts anders vor hast, kannst du gerne mitkommen." Sie gab ihm einen Kuss, und stellte sich ein paar Zentimeter von ihm weg. Berufliches und privates wollten sie streng voneinander trennen, auch wenn es nicht immer leicht war, aber bisher hatte es prima geklappt.


 


 


08.04 p.m, Haus von Mrs. Scully


 


Mulder hatte, bevor sie los fuhren, ein paar Sachen aus seiner Wohnung geholt und sie im Kofferraum verstaut.


Er parkte den Wagen direkt vor dem Haus. Mrs. Scully konnte aus dem Wohnzimmerfenster sehen, wie ihre Tochter und Mulder aus dem Wagen stiegen und auf das Haus zugingen.


"Weiß deine Mutter von uns? Ich meine..."


"Keine Panik, ich habe niemanden von uns erzählt."


Noch bevor Scully die Klingel drücken konnte, ging die Haustür auf.


"Dana Schatz, schön dich wieder zu sehen." Sie nahm ihre Tochter fest in ihre Arme.


"Hi Mom, ich hoffe es stört dich nicht, dass ich noch jemanden zum Essen mitgebracht habe."


Mulder grinste über das ganze Gesicht und reichte ihr die Hand.


"Sie sehen einfach umwerfen aus Mrs. Scully, schön sie wieder zu sehen."


"Fox, die Freude ist ganz auf meiner Seite. Kommt rein und macht es euch bequem."


Mrs. Scully nahm ihnen die Jacken ab, und verstaute sie im Nebenzimmer.


Scully drehte sich zu Mulder um.


"Schau doch ein bisschen fern, Mom und ich machen das Essen fertig." Sie strich ihm mit der Hand zärtlich über die Wange.


"Meine Mom hat Kabelanschluss, und die extra Spielfilmkanäle."


Mulder riss die Augen weit auf und grinste.


"Das ist ja fast wie im Paradies“, erwiderte er und machte es sich auf der Couch bequem.


Mrs. Scully spürte seit dem ersten Augenblick, dass was mit ihrer Tochter nicht in Ordnung war.


"Was ist los mit dir, Schatz. Du bist so still, seitdem du hier bist."


Scully drehte sich um, und blickte ihrer Mutter in die Augen.


"Alles in Ordnung Mom, mir fehlt nichts."


"Dana Katherine Scully. Du bist meine Tochter und ich kenne dich schon seit 28 Jahren. Ich weiß genau, wenn was mit dir nicht in Ordnung ist. Also raus mit er Sprache."


Sie wusste nicht genau, wie sie anfangen sollte. Scully wollte ihrer Mutter keine Angst machen.


"Donnie Pfaster ist gestern Abend aus der Anstalt in Utha geflohen. Das FBI hat sofort die Fahndung raus gegeben, aber noch habe sie keine genaue Spur von ihm. Mulder und ich haben den Fall übernommen, und bitte tue mir ein gefallen, lass uns über was anderes sprechen. OK?"


Maggie presste sie Lippen fest zusammen und nickte.


Mulder kam in die Küche.


"Kann ich mich irgendwie nützlich machen, im Fernsehen läuft nichts gescheites."


Scully und ihre Mutter schauten sich an, und fingen an zu lachen.


"Was ist so lustig daran“, fragte Mulder und verstand die Welt nicht mehr.


"Gar nichts“, sagte Mrs. Scully“, ich hole die Kartoffeln aus der Garage und dann können sie anfangen.


Scully stand an der Spüle und schabte die Karotten ab.


Mulder stellte sich hinter sie und  legte eine Hand um ihre Taille. Vorsichtig strich er ihr die Haare ein wenig zur Seite und küsste ihren Nacken.


"Nicht so voreilig, den Nachtisch gibt es erst heute Abend."


Dann hörten sie, wie Scullys Mutter die Hintertür zu machte. Mulder stellte sich neben sie und grinste wie ein Honigkuchenpferd.


Das Essen war nach einer Stunde fertig.


Mulder hatte sich gegenüber von Scully hingesetzt und Mrs. Scully nahm am Kopf des Tisches Platz.


Sie unterhielten sich über Gott und die Welt.


Mulder griff nach der Weinflasche und kippte jedem noch einen Schluck nach, als plötzlich sein Handy klingelte.


"Entschuldigt bitte für eine Augenblick“, sagte er und stand auf.


Mrs. Scully nahm einen Schluck von ihrem Wein, und blickte ihre Tochter von der Seite an.


"Ist es Zufall, dass Fox heute Abend mit zum Essen gekommen ist, oder..."


"Was willst du damit andeuten Mom?" Scully schaute sie mit einem fragenden Blick an.


"Nichts, aber mir fällt auf, dass ihr viel vertrauter miteinander umgeht als beim letzte Mal, als ich dich mit ihm gesehen habe."


Scully wich dem Blick ihrer Mutter aus, und legte die Gabel beiseite.


"Mom, ich...“, aber weiter kam Scully nicht, denn Mulder kam mit einem besorgten Gesichtsausdruck zurück ins Wohnzimmer.


"Das war Danny. Sie haben in Oregon eine Frauenleiche gefunden, und alles deutet daraufhin, dass es das Werk von Donnie Pfaster war. Skinner will, dass wir so schnell wie möglich dort hinfliegen."


Scully stand auf und holte ihre Jacken.


"Es tut mir leid, Mrs. Scully, dass wir ihr wunderbares Essen so abrupt unterbrechen müssen, aber ich werde es bei Gelegenheit gut machen."


Er nahm seine Jacke entgegen und ging schon mal zum Wagen.


"Mom, es tut mir leid. Ich rufe an, sobald wir wieder zurück sind. OK?"


"Schon gut. Und passt auf euch auf. Verstanden?"


Sie nickte ihrer Mutter zu und folgte Mulder zum Auto.


 


 


10.54 p.m,  Oregon


 


Nachdem sie gelandet waren fuhren Mulder und Scully mit einem Leihwagen zum Tatort.


Sergeant Fabes kam ihnen schon entgegen.


"Sind sie die Agenten Mulder und Scully?"


Beide nickten und folgten dem Sergeant zum Fundort der Leiche.


"Es sieht so auf, als hätte Pfaster wieder zugeschlagen. Die junge Frau wurde vor einer halben Stunde von ihrer Mutter tot in der Wohnung gefunden. Man hat ihr die Haare abgeschnitten und an der linken Hand die Fingernägel ausgerissen."


Scully hielt sich eine Hand vor den Mund und blieb am Streifenwagen stehen.


Mulder drehte sich um und schaute sie verwundert an.


"Geh nur alleine hin Mulder, ich kann das heute nicht ertragen."


Er machte sich ein paar Notizen und sprach noch mal mit dem leitenden Pathologen, aber auch der konnte ihm keine weiteren Hinweise auf die Tatzeit geben.


Scully war zurück in den Wagen gegangen und schaute sich alles aus der Ferne an.


"Agent Mulder, wir haben noch was gefunden. Es lag hinter der Mülltonne. Pfaster wollte wohl, dass wir früher oder später darauf stoßen."


Er reichte es Mulder herüber. Es war ein Foto mit Scully drauf. Sie lag in einem Sonnenstuhl und man konnte nur ein Bein der Person neben ihr erkennen.


Mulder schluckte schwer. "Ich werde es persönlich als Beweismittel eintüten." Er nahm ein Taschentuch aus seiner Jacke, damit er keine Fingerabdrücke hinterließ.


Dann ging er zum Wagen und setzte sich mit besorgter Miene neben Scully in den Wagen.


"Dana, man hat was gefunden, was darauf schließen lässt, dass Donnie Pfaster schon viel länger aus der Anstalt geflohen sein musste als ursprünglich angenommen."


"Wie kommst du darauf?"


Er reichte ihr das Foto.


"Oh mein Gott, das sind ja wir auf Maui. Wie konnte er davon gewusst haben?"


"Ich weiß es nicht, aber das werden wir raus bekommen."


"Mulder, ich habe kein gutes Gefühl bei der Sache."


"Mach dir keine Sorgen, Honey, ich werde solange bei dir bleiben, bis der Schweinekerl wieder hinter Gittern sitzt."


Er nahm ihre Hand und drückte sie ganz fest.


"Danke."


"Wofür?"


"Dass du da bist. Ich könnte das ohne dich nicht ein weiters mal durchstehen."


Sie blickten sich eine Zeit lang in die Augen und fuhren dann zum Flughafen, damit sie den letzten Anschlussflug nach Washington bekamen.


 


 


Scullys Apartment 01.30 a.m.


 


Scully schob den Schlüssel in das Türschloss und ging ein Schritt zurück.


"Was ist los?"


"Ich habe Abgeschlossen, bevor ich heute Morgen zur Arbeit fuhr. Das tue ich immer, aber jetzt ist die Wohnung offen.2


"Vielleicht hast du dich auch nur getäuscht?"


"Nein Mulder, ich vergesse sowas nicht."


Er zog seine Waffe und öffnete ganz vorsichtig die Tür. Das Licht war aus, und auch sonst war nicht außergewöhnliches zu sehen.


Langsam tastete er mit der Hand zum Lichtschalter und knipste es an.


Alles schien in Ordnung zu sein. Auf den ersten Blick wirkte alles wie immer.


Dana atmetet erleichtert aus und packte ihre Waffe auf den Tisch neben den Fernseher.


"Ich bin total fertig Mulder. Wenn du nichts dagegen hast geh ich schon mal ins Bett. Der Tag war ziemlich lang und anstrengend."


"Du hast recht, aber ich hoffe, du bist noch nicht all zu müde..." Mulder grinste und zog sich die Schuhe aus.


"Du denkst auch nur an das eine Mulder."


"Wieso? Gibt es noch was Schöneres auf der Welt?"


"Keine Ahnung“, sagte sie“, lass uns nach her darüber diskutieren."


Sie zog ihm das Hemd aus, und warf es wahllos auf den Boden.


"Verdammt, ich habe mein Handy noch im Auto. Ich hole es eben schnell.


"Du willst so gehen?"


"Wer soll mich denn noch so spät auf der Straße beobachten?"


"Ich“, sagte Scully und schmunzelte“, Beeile dich."


Mulder grinste dämlich und hob eine Augenbraue.


"Bin gleich wieder da. Nicht einschlafen."


Gleich nachdem Mulder die Wohnung verlassen hatte, riegelte sie die Tür mit der einfachen Kette ab.


Danach ging sie ins Badezimmer, um ihr Nachthemd aus der Ablage zu holen.


Scully hatte nicht bemerkt, dass ihre Haarbürste auf dem Fußboden lag, und alle losen Haare daraus entfernt wurden.


Sie hob sie auf und legte sie auf ihren alten Platz zurück.


Gerade als sie zurück ins Wohnzimmer gehen wollte, fiel plötzlich das Licht aus.


Sie blieb wie versteinert stehen.


"Mulder?"


Keine Antwort.


"So langsam finde ich es nicht mehr witzig. Komm mach das Licht wieder an."


Wieder nichts. Nur ein leichtes Rascheln war aus dem dunkeln zu hören.


So langsam war sie sich nicht mehr sicher, dass Mulder derjenige war, der das Licht ausgemacht hatte. Bis zum Auto waren es nur ein paar Meter, eigentlich müsste er schon längst wieder da sein.


Vorsichtig tastete sie sich zu ihrer Waffe, aber es war einfach zu dunkel. Die Lampe draußen an der Straße spendetet einfach nicht genügend Helligkeit.


Wieder war das rascheln zu hören.


"Mulder?"


Sie sah nur etwas Schemenhaftes durch die Dunkelheit huschen.


"Der Scherz ging nach hinten los Mulder."


Dann spürte sie auf einmal einen heißes Atem in ihrem Nacken.


Eine Hand legte sich über ihren Mund und sie hatte das Gefühl, als würde jeden Moment ihr Herz aufhören zu schlagen.


"Pssst“, sagte Mulder und nahm langsam die Hand von ihrem Mund.


"Du hast mich zu Tode erschreckt Mulder. Ich dachte schon Donnie Pfaster wäre in der Wohnung. Hast du das Licht ausgemacht?"


"Nein, aber ich habe jemanden in den Keller schleichen sehen, als ich die Tür unten im Gang zu gemacht habe."


Mulder hielt seine Waffe in der rechten Hand und nahm Scully an seine linke.


"Wir müssen aus der Wohnung."


Dann spürte Mulder plötzlich einen Schmerz auf seinem Hinterkopf und er ging getroffen zu Boden.


Schnell hob Scully die Waffe von Mulder auf und hielt sie in der Dunkelheit schützend vor ihren Körper.


So langsam hatten sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt. Scully ging zur Tür und versuchte sie aufzumachen, aber irgendjemand hatte sie zugeschlossen. Und jetzt den Ersatzschlüssel zu suchen war mehr als unsinnig.


Sie stupste mit dem Fuß aus Versehen an Mulder, der bewusstlos am Boden lag.


Dann hörte sie ein Rascheln, was nur aus der Küche kommen konnte, da sie auf dem Fußboden Zeitung ausgelegt hatte, um am Wochenende endlich die Heizungsrohre zu streichen.


Scully sah wieder diesen Schatten und feuerte Ziellos in die Küche.


Der Schuss erhellte für einen Augenblick die Wohnung und Dana konnte sehen, dass die Person ins Schlafzimmer gelaufen war.


Doch sie täuschte sich. Auf einmal legte sich ein kräftiger Arm um ihren Hals, und zog sie nach hinten. Ihr fiel vor Schreck die Pistole aus der Hand, die glücklicherweise genau vor ihren Füßen liegen blieb.


Jetzt nur nicht in Panik verfallen, dachte sie sich und erinnerte sich an die Grundausbildung in Quantico. Dort war das erste was sie gelernt hatten, wie man sich vor Angreifern schützt, oder wert.


Dann trat sie dem Angreifer so heftig auf den Fuß, dass er für einen kurzen Augenblick die Kontrolle über sich verlor, und Scully sich befreien konnte.


Dana bückte sich nach der Waffe und schoss einfach in die Dunkelheit.


Man konnte erkennen wie jemand getroffen zu Boden ging. Scully rannte auf ihn zu und hielt ihm die Pistole direkt an den Hinterkopf.


"Scully“, rief Mulder und versuchte auf zu stehen.


"Ich bin hier drüben."


Sie war etwas aus der Puste und ihr Puls raste, aber sie fühlte sich befreit, so befreit, wie noch nie in ihrem Leben zuvor.


Mulder griff an seinen Hinterkopf, und bemerkte das er blutete, doch das war ihm im Moment egal.


Er wollte nur zu Scully und sich vergewissern, dass es ihr gut ging.


"Es ist vorbei Mulder. Donnie Pfaster ist tot."


"Bist du dir sicher?"


"Ja, hundertprozentig“, sie fühlte noch mal seine Puls an der Halsschlagader, aber da war nichts zu spüren.


Mulder nahm ihr die Waffe aus der Hand und legte sie auf den Boden.


"Komm her." Dann zog er sie ganz fest an sich ran und hielt sie in seinen Armen.


Auf einmal ging das Licht wieder an. Einer der anderen Mieter hatte endlich den Stromverlust bemerkt, und die Sicherung wieder eingedreht.


"Mir geht es gut Mulder." Doch das stimmte nicht ganz.  Sie blickte ihm eine Zeit lang in die Augen und fing an zu weinen.


Sie legte ihren Kopf auf seine Schulter und weinte.


Dann hörte man einen lauten Knall und zwei Sekunden später flog die Tür auf.


Jemand hatte die Polizei verständigt, die gleich mit mehreren Mann auftauchte, als sie erfuhren das Schüsse gefallen waren.


"Keine Bewegung“, rief der eine und zielte mit der Pistole auf sie.


"Wir sind vom FBI. Donnie Pfaster liegt dort hinten. Er ist tot."


Nach ein paar Minuten traf Verstärkung ein und ein Rettungswagen


Mulder ließ sich mit seiner Kopfwunde beim Notarzt behandeln. Anschließen fuhren er und Scully zu ihrer Mutter, um dort die Nacht über zu bleiben.


Mrs. Scully war ziemlich mit den Nerven am Ende, als sie die ganze Geschichte von Mulder erfuhr.


"Mom, mach dir keine Sorgen mehr. Donnie Pfaster ist tot, der wird uns nie wieder in die Quere kommen."


"Dana, ich mache mir jeden Tag sorgen um dich."


"Das weiß ich, aber ich kann auf mich aufpassen“, sie drehte sich um und blickte Mulder an“, und ich habe Mulder." Sie griff nach seiner Hand und drückte sie.


Mrs. Scully schaute ihre Tochter etwas verwundert an.


"Also ist da doch mehr als ich vermutet habe?"


Dana schmunzelte und blickte Mulder von der Seite an.


"Ja, aber du musst versprechen, es nicht gleich jedem zu erzählen, Mom. Es soll nicht gleich jeder mitbekommen."


"Schatz, was denkst du denn von mir."


"Mom, ich kenne dich, und daher wollte ich es nur noch mal gesagt haben."


"Wie lange seid ihr denn schon mehr als nur "gute Freude"?"


"Mom, können wir morgen darüber sprechen? Mulder und ich sind total fertig."


Sie nickte.


"Ist mein altes Zimmer immer noch genauso wie damals.?"


"Natürlich."


Scully stand auf und zog Mulder mit sich in Richtung Kinderzimmer.


"Und für Fox habe ich noch eine Decke und ein Kopfkissen, damit es auf der Couch nicht so unbequem ist."


Scully blickte Mulder grinsend von der Seite an und verkniff sich jeden Kommentar.


"Wir sehen uns morgen früh“, sagte Mulder und gab ihr einen Kuss.


 


 


FBI Hauptquartier, am nächsten Morgen.


 


Skinner hatte natürlich von der Nächtlichen Aktion Bescheid bekommen, und wollte, dass sich seine Super Agenten sofort in sein Büro meldeten, sobald sie das Gebäude betraten.


Mulder klopfte kräftig an die Bürotür.


"Herein."


Skinner saß hinter seinen Schreibtisch und lass in dem Bericht der Beamten, die als erster am Tatort waren


"Nehmen sie bitte Platz."


Mulder und Scully setzten sich, und schauten sich kurz in die Augen.


Direktor Skinner blickte zuerst Mulder und dann Scully an.


"Da haben sie aber Glück gehabt, dass alles so gut verlaufen ist. Guter Schuss Agent Scully. Trotz der Dunkelheit trafen sie Pfaster direkt ins Herz."


"Danke Sir, aber das war ziemlich gefährlich, ich hätte auch Agent Mulder treffen können."


Er nickte und blätterte in dem Bericht herum


"Nur eine Sache ist komisch, Agent Scully. Lt. Myers schreibt hier in seinem Bericht, dass sie, Agent Mulder auch dort waren. Mitten in der Nacht?"


Scully wäre am liebsten im Boden versunken, aber jetzt war es leider zu spät.


"Nun ja“, fing Mulder an zu erklären“, ich wollt Agent Scully nicht alleine lassen, und da habe ich ihre Angeboten für eine Nacht auf dem Sofa zu schlafen."


Skinner nahm seine Brille ab und rieb sich die Augen.


"Sofa“, sagte er leise vor sich hin, “Da sie den Fall mal wieder Abgeschlossen haben, und jetzt wohl für immer, steht ihrem Urlaub wohl nichts mehr im Wege, Agent Mulder."


"Nein Sir." Er und Scully standen auf und wollten gehen.


"Agent Scully, und wie ist es mit ihnen?"


"Wie meinen sie das Sir?"


"Wollen sie ihren restlichen Urlaub auch nehmen?" Skinner hob einen Augenbraue und schmunzelte.


Sie blickte Mulder an, der ihrem Blick geschickt auswich.


"Nach den ganzen Aufregungen würden mir ein paar Tage frei bestimmt nicht schaden."


"Dann wünsche ich ihnen einen schönen Flug, und kommen sie in alter frische zurück."


"Machen wir Sir“, sagte Mulder und schloss die Tür hinter sich.


"Machen WIR, Sir? Mulder ist dir klar was du da eben gesagt hast?"


"Ja, und so wie es scheint, ist es ihm völlig egal."


 


 


Maui, zwei Tage später.


 


Scully lag auf der Sonnenliege und Mulder cremte ihren Rücken mit Sonnenmilch ein.


"Mulder, ich habe immer gedacht, dass Skinner einen Aufstand machen würde, wenn er heraus bekommt, dass wir ein Verhältnis miteinander haben."


"Tja, anscheinend kennen wir noch nicht alle Seiten von ihm."


Er beugte sich nach vorne und küsste ihren Nacken.


"Diesmal lassen wir uns von niemanden stören."


"Und was ist, wenn gleich das Telefon klingelt und Skinner dir mitteilt, dass man irgendwo in Amerika ein UFO gefunden hat?"


Er zögerte.


"Ich habe es gewusst, Männer." Scully rollte sich auf die andere Seite und blickte ihn über den Brillenrand an.


"So was wird nicht passieren... jedenfalls nicht in den nächsten 2 Wochen."


Dann stand er auf und ging schwimmen. Mulder war schon ein Stück weiter weg, als sein Handy zu läuten begann. Dana nahm es in die Hand und drückte den Ausknopf.


"War es für mich“, schrie Mulder aus dem Wasser.


"Was meinst du Liebling?"


"Ich dachte, ich hätte mein Telefon läuten hören."


"Da musst du dir eingebildet haben, ich habe nichts gehört."


Sie  legte das Handy zurück auf seine Platz und legte sich gemütlich grinsend im Sonnenstuhl zurück.


 


 


The End