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Tage wie dieser

von Invisigoth

Kapitel #1


Scullys Apartment 6.49 a.m


 


Der Piepton des Weckers schrillte durch das ganze Haus. Dana drehte sich um und schlug mit der flachen Hand auf das Ding , damit es verstummte. Langsam öffnete sie die Augen und starrte genervt an die Zimmerdecke. Viel Schlaf hatte sie heute Nacht nicht bekommen. Gegen halb 2 kam sie erst ins Bett, weil sie vorher noch einen Bericht für Direktor Skinner zu Ende getippt hatte. Scully fühlte sich Hundeelend. Seit ein paar Tagen war sie am Tag immer so müde, aber abends war alles wie wegblasen. Sie schaute in dem Spiegel erschrak sich an ihrem eigenen Spiegelbild. Dann zog sie sich an und ging frühstücken. Großen Hunger hatte sie nicht, aber fürs Büro packte sie sich zwei Sandwiches ein. Gerade als sie gehen wollte, spürte sie diese Übelkeit in sich aufsteigen. Sie warf die Handtasche zur Seite und rannte ins Badezimmer. Das ging schon seit einiger Zeit so. Wenn sie es nicht besser wusste, dann würde sie denken sie wäre schwanger, aber war nicht möglich.


 


 


FBI Hauptquartier 7.43 a.m


 


Mulder war gerade dabei das neue Büro auf Vordermann zu bringen, als sich zwei Arme von hinten um ihn legten. Er fing an zu grinsen.


"Aber Walter, nicht heute. Scully müsste gleich kommen und die soll doch von unserem Geheimnis nichts erfahren."


Scully zwickte ihn in die Seiten.


"Das du auf extreme Dinge abfährst, das wusste ich, aber mit sowas würde ich keine Scherze machen."


Uh. Da war wohl jemand mit dem falschen Fuß aufgestanden, dachte er und hob entschuldigend die Arme.


"Etwas nicht in Ordnung?"


"Nein, alles in Ordnung. Ich habe nur nicht viel Schlaf bekommen." Sie setzte sich auf ihren Platz und massierte sich die Schläfen.


"Und was ist mit heute Abend?" fragte Mulder und schaute sie neugierig an.


"Was soll damit sein?"


"Nichts. Wir sind nur bei meiner Mutter zum Essen eingeladen. Und ich wollte nicht, dass du es vergisst."


"Das hätte ich nicht“, sagte sie und holte ihr Sandwich aus der Tasche.


"Kein Frühstück gehabt?"


"Doch."


"Du isst ja glatt für zwei“, sagte er, ohne sich dabei was zu denken.


Doch Dana fand den Witz nicht zum Lachen und sah ihn erschrocken an.


"Das war ein Scherz. Guck nicht so mürrisch."


"Schon gut. Könntest du mir trotzdem ein Gefallen tun? Ich muss den Bericht noch zu Skinner bringen. Am besten noch gestern. Leider habe ich was Dringenderes zu erledigen. Könntest du vielleicht?"


Sie wedelte mit der Akte in der Luft herum.


"Ausnahmsweise“, sagte er und bekam als kleine Belohnung einen Kuss auf die Wange.


"Ich dacht wir wollten es noch geheim halten?"


"Das tun wir doch auch. Außer uns ist hier doch niemand."


"Scully du bist in letzter Zeit so komisch?"


"Wie komisch? Komisch im Sinne von ‚Ha Ha‘?"


Mulder sah sie irritiert an.


Sollte Scully ihm von ihrer Befürchtung schwanger zu sein erzählen? Es war wahrscheinlich nur falscher Alarm und sie regt ihn umsonst auf. Jeder Arzt, bei dem sie letzten Monate war, sagte ihr das gleiche. Sie könnte keine Kindern bekommen. Die genaue Ursache aber, fand niemand heraus.


"Fox, es gibt da etwas, was ich mit dir besprechen muss."


"Klingt erst, wenn du mich schon beim Vornamen nennst."


"Am besten setzt du dich hin."


"Ist es so ernst?"


"Ich weiß nicht. Es geht um uns beide. Ich..."


"Kurz Auszeit bitte“, sagte er und schaute sie besorgt an“, ich kenn das aus dem Fernsehen. Entweder sagst du mir gleich, dass du jemand anderen gefunden hast..."


Scully lächelte und schüttelte mit dem Kopf.


"...oder du sagst mir, dass du schwanger bist."


Er lachte, als es plötzlich an der Tür klopfte und die Sekretärin von Direktor Skinner herein kam.


Scully sagte gar nichts, sondern schaute ihn nur mit großen Augen an.


"Tut mir leid, dass ich sie stören muss, aber ich brauche den Bericht, Agent Scully."


Niemand der beiden reagierte.


"Hallo?" rief Ms. Morris und sah erst Scully und dann Mulder an.


"Ja, ihr Bericht“, sagte Scully und suchte etwas geistesabwesend in dem Stapel auf ihrem Tisch herum.


"Hier ist er“, sagte Mulder und ließ Dana nicht aus den Augen.


"Danke“, antwortete Ms. Morris und ging dann zur Tür."


Mulder brauchte ein paar Sekunden, bevor er die Stimme wieder erlangte.


"Ist das so eine Art von Test?"


"Nein, das ist mein voller Ernst."


"Du kannst nicht schwanger sein. Ich meine, du kannst seit der Entführung keine Kindern bekommen. Ich weiß das so gut wie du."


"Vielleicht ist es ja doch möglich."


"Hast du schon einen Test gemacht?"


"Nein, aber ich habe ihn bei mir."


"Weiß noch jemand davon? Deine Mutter vielleicht?"


"Nein. Du bist bis jetzt der einzige. Und so soll es auch erstmal bleiben. Egal wie der Test ausfällt."


Mulder war blass geworden und sah aus, als hätte er den Leibhaftigen gesehen.


"Was sagst du dazu? Bist du sauer, oder glücklich?"


"Ich weiß nicht“, sagte er und setzte sich auf seinen Platz.


Scully nahm etwas aus ihrer Tasche und stand auf.


"Wo willst du hin?"


"Auf die Damentoilette."


"Den Test machen?"


"Ja“, sagte sie“, sonst platzt mir gleich die Blase.


Mulder stand mit auf und folgte ihr.


Scully verschwand auf der Toilette. Mulder wartet einen Moment bis er an die Tür klopfte.


"Ist die Luft rein? Kann ich kurz rein kommen?"


"Du weißt, dass du hier falsch bist?"


"Hör auf Witze zu reißen, Scully."


"In bin alleine. Komm rein."


Mulder drehte sich kurz um und verschwand dann ebenfalls auf dem Damen-WC.


"Hey, dass sieht hier viel besser aus als bei uns."


Scully sah in genervt an.


Sie ging in die Kabine und kam nach ein paar Minuten wieder raus.


"Und?"


"Nichts und. Wir müssen 10 Minuten warten bis wir ein Ergebnis haben."


"Du scheinst dich ja bestens auszukennen."


Sie hielt ihm die Verpackung unter die Nase.


"Das steht da drauf, du Nase."


"Was wollen wir in der Zeit machen? Vielleicht ein bisschen Liebe?"


"Witzig. Wir sollten uns so normal wie immer verhalten. Vielleicht machen wir uns ja auch umsonst Sorgen."


"Wollen wir das beste hoffen“, er drückte leicht ihre Schulter.


Ihre Hand verkrampft sich in der Tasche um den Test.


Dann gingen sie zurück in ihr Büro.


"Möchtest du eine Kaffee? Oder was stärkeres?"


"Am liebsten das letztere."


Mulder holte sich eine Tasse Kaffee. Als er zurück kam war Scully plötzlich verschwunden.


Sie wird wohl wieder auf Klo sein, dachte er und kümmerte sich nicht weiter drum.


Doch nach 10 Minuten war Dana immer noch nicht zurück.


Er lief zur Damentoilette und klopfte vorsichtig an die Tür.


"Hallo? Ist da jemand.?"


Wenn ihn jemand dabei beobachtete hätte, der hätte sich seinen Teil dabei denken können. Im Büro hielten die meisten ihn sowieso für etwas übergeschnappt, da er und seine Partnerin an den X Akten arbeiteten.


"Ja“, bekam er als Antwort. Doch das war nicht Scullys Stimme.


"Wären sie so freundlich und schauen mal nach, ob eine Dana Scully bei ihnen ist?"


Es dauerte ein paar Sekunden. "Nein, hier ist niemand außer mir."


"Danke“, sagte er und lief in die Tiefgarage, um nachzuschauen ob ihr Wagen da noch stand.


Doch der war noch da.


Wo konnte sie nur sein, fragte er sich selber.


Dann rief er bei Skinners Sekretärin an, doch auch sie hatte Scully nicht gesehen.


Als letzte Möglichkeit fiel ihm der Schießstand ein.


Er öffnete die schwere Tür und sah eine zierliche Person in der ganz linken Box stehen.


Sie lud die Waffe durch und drückte ein paar Mal ab.


Jedes Mal traf sie genau ins Schwarze.


"Was machst du hier?" fragte er.


Scully erschrak sich und ließ die Waffe sinken.


"Mach das nie wieder“, sagte sie“, das hätte tödlich für dich enden können."


Sie legte die Waffe bei Seite und nahm die Ohrenschützer ab.


"Und hast du schon ein Ergebnis?"


Sie nickte und schaute zu ihm hoch. Er konnte sehen, dass sie geweint hatte.


"Der Test ist positiv ausgefallen."


"Ist das nun gut oder schlecht?"


"Das kannst du sehen wie du willst, Daddy."


Mulder schluckte schwer und hob ihr Kinn leicht an damit er ihr besser in die Augen gucken konnte.


"Wir zwei werden es schon schaffen."


"Wir drei“, sagte Scully und lächelte leicht.


Mulder schloss sie in seinen Arme und hielt sie fest an sich gedrückt.


"Ich werde Vater. Das hätte ich mir heute Morgen noch nicht träumen lassen."


"Das hört sich nicht gerade begeistert an."


"Scully ich freu mich, aber im Moment kann ich es leider noch nicht so zeigen."


"Dieser Test ist ja auch nicht 100% Mulder. Ich habe schon eine Termin beim Arzt und dann werden wir weiter sehen."


Er gab ihre eine Kuss und strich ihr sanft über die Haare.


 


 


Scullys Apartment 7:14 p.m


 


Mulder wollte Scully so gegen halb acht von Zuhause abholen. Jetzt war es viertel nach sieben und Dana zog sich zum dritten Mal um.


Sie konnte sich einfach nicht entscheiden.


Dann klingelte zu allem Überfluss auch noch das Telefon.


"Scully“, sagte sie etwas genervt.


"Ich bin's. Mom. Stör ich gerade?"


"Ja. Ich bin heute noch zum Essen verabredet und weiß nicht, was ich anziehen soll."


"Nimm das kleine schwarze, damit siehst du immer blendend aus."


Das kleine schwarze, dachte Scully. Bald würde sie damit aussehen wie die Elefanten Frau auf einem Hochzeitsball.


Dann klingelte es plötzlich an der Tür.


"Bleib bitte kurz dran“, sagte sie und legte den Hörer beiseite.


"Tut mir leid ich bin noch nicht fertig“, sagte Scully zu Mulder und gab ihm einen Kuss.


Sie nahm den Hörer wieder in die Hand.


"Mom ich bin wieder dran. Also warum rufst du an?"


"Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen. Ich wollte ein bisschen mit dir quatschen...Wer ist da gekommen?"


"Äh“, Scully war etwas irritiert. "Mulder. Warum?"


"Ich dachte du hast eine Verabredung."


"Mulder und ich gehen nur essen."


"Aha, nur essen. Und seit wann küsst du ihn zur Begrüßung?"


Scully starrte mit offenen Mund zu Mulder rüber.


"Wie kommst du auf der Idee?"


"Ich dachte, ich hätte sowas in der Art gehört."


"Du musst dich getäuscht haben“, sagte Scully und schluckte schwer.


"Sag Fox bitte einen schönen Gruß von mir, ich ruf dich morgen noch mal an."


"Mach ich."


Scully legte auf und sah Mulder an.


"Deine Mom?"


"Ja. Ich soll dir einen schönen Gruß bestellen."


Sie sah in ihren Kleiderschrank.


"Was soll ich nur anziehen?"


"Scully, wir gehen nur zu meiner Mom und nicht zu einem Hochzeitsball."


Dana nahm die blaue Jeans und einen weiten Pullover aus dem Regal.


"Wie kommst du ausgerechnet auf Hochzeitsball?"


"Nur so. Warum fragst du?"


"Schon gut."


Scully zog sich um und schon 30 Minuten später standen sie vor der Haustür von Mrs. Mulder."


"Weiß deine Mutter von uns?"


Mulder schüttelte mit dem Kopf.


"Sollen wir es ihr sagen?"


"Ich weiß nicht. Immerhin könnte sie in ein paar Monaten Oma werden."


Scully war nervös und sprang von einem Fuß auf den anderen.


"Ganz ruhig. Ich bin bei dir. In ein paar Stunden ist alles vorbei."


"Hoffentlich hast du recht."


Mulder klingelte an der Tür. Man hörte seine Mutter von weitem rufen, dass sie sofort da sein würde.


Dann machte sie die Tür auf.


"Schön euch beide wieder zu sehen." Sie schloss Mulder in ihre Arme und drückte auch Scully herzlich an sich.


"Kommt rein“, sagte sie und lief zurück in die Küche.


Scully sah zu Mulder hoch.


"Geh vor...Daddy."


Mulder spürte jetzt auch dieses nervöse Kribbeln in der Magengegend.


Sie zogen ihre Jacken aus und setzten sich ins Wohnzimmer.


"Wollt ihr was trinken? Einen Wein oder vielleicht was anderes?"


"Ich nehme ein Bier“, sagte Mulder“, und was möchtest du Schatz?"


Scully sah Mulder an und wäre am liebsten im Erdboden versunken.


"Ein Glas Wasser“, antwortete sie zögerlich.


Mrs. Mulder kam zurück ins Wohnzimmer.


"Tut mir leid, ich war gerade mit den Gedanken wo anders. Was wollt ihr trinken?"


Mulder konnte hören wie Scully ein Stein, nein ein Brocken von Herzen fiel.


"Ich hol schon Mom."


Er stand auf und verschwand in der Küche.


Dann herrschte bedrücktes schweigen.


Mrs. Mulder sah Scully an und die Lächelte nur.


"Sie haben ein sehr schönes Haus, Mrs. Mulder."


"Ach bitte, nennen sie mich doch Teena“, sagte sie.


 


 


Das Essen verlief recht gut. Mulder saß gegenüber von Scully und seine Mutter am Kopfende des Tisches.


"Ich freu mich ja so, dass sie mal zu uns zum Essen kommen Dana."


"Ich freu mich auch“, sagte sie und spürte auf einmal Übelkeit.


Sie sah ihren Partner mit großen Augen an.


"Wenn sie mich kurz entschuldigen würden."


Scully stand auf und ging mit schnellem Schritt in Richtung Toilette.


"Wo will sie denn hin“, fragte Teena und sah Mulder verwirrt an.


"Auf die Toilette Mom. Äh, sie hat sich wohl einen kleinen Virus eingefangen."


"Hoffentlich nichts ernstes."


"Nein, es wird bald wieder so sein wie immer."


5 Minuten später saß Scully wieder beim Essen.


"Fox hat mir erzählt, was sie haben."


Sie sah ihn erschrocken an.


"Ich habe gesagt, dass du einen Virus hast“, bemerkte er schnell.


"Äh, ja. Aber jetzt geht es wieder." Sie sah Mulder verlegen an.


Warum konnte dieser Abend nicht schon vorbei sein, dachte Scully und lächelte genervt zu Mulder rüber.


 


 


Nachdem Essen saßen sie gemeinsam auf dem Sofa und redeten über so belanglose Dinge, wie den letzten Urlaub von Mrs. Mulder und das es wohl bald anfangen würde zu schneien.


Scully saß neben Mulder. Sie nippte an ihrem Glas Wasser und schaute schon zum zweiten Mal unauffällig auf ihre Uhr.


"Oh wie unhöflich von mir“, sagte Mrs. Mulder mit einem Mal und sprang vom Stuhl auf“, ich habe total den Nachtisch vergessen.


Mulder nutzte die Zeit um mit Scully unter vier Augen zu reden.


"Was war denn vorhin los?"


"Mir war auf einmal so übel. Das ist normal bei, du weißt schon."


Mulder legte eine Hand auf die Sofalehne und massierte sanft ihren Nacken.


Scully hätte sich am liebsten gegen ihn gekuschelt, doch das wäre wohl zu offensichtlich gewesen.


Dann kam Teena mit ein paar Käsehäppchen zurück.


"Bitte bedient euch." Sie sah ihren Sohn und Dana lächelnd an.


Mulder griff gleich zu und stopfte sich den Mund voll, als hätte er den ganzen Tag noch nichts gegessen.


Doch Scully wurde nur bei dem Gedanken an Käse ganz anders.


"Wollen sie nicht Dana?"


"Nein, ich glaube nicht, dass es meinem Magen so gut tun würde."


"Mom, hast du vielleicht ein paar Salzstangen für Scully? Die sollen ja angeblich den Magen beruhigen."


"Klar habe ich." Sie stand auf und holte ein sie aus dem Schrank. "Fox darf ich dir eine Frage stellen?"


"Nur zu."


"Warum redet ihr euch immer noch mit dem Nachnamen an, wenn ihr schon so lange zusammen arbeitet und jetzt doch per du seid?"


Mulder sah Scully fragend an.


"Weiß nicht. Gewohnheit?"


Für diese Antwort hätte er sich am liebsten selber in den Arsch getreten.


"Ich meine, das tun wir ja nicht immer. Es kommt halt auf den Anlaß an."


Scully sah ihren Partner von der Seite an.


Schade, dass sie nicht im Büro oder irgendwo anders waren. Sie hätte ihm am liebsten die Meinung gesagt.


 


 


So gegen kurz vor Zehn herrschte dann rege Aufbruchstimmung. Mulder log seiner Mutter vor, am nächsten Tag früh im Büro sein zu müssen, damit er endlich nach Hause konnte. Scully war ihm Dankbar und vergaß dafür die dumme Bemerkung von vorhin.


"Mom, es war schon mal wieder bei dir zu sein."


"Fox ich fand es auch schön. Du solltest einfach viel öfters mal vorbei kommen. Und sie natürlich auch Dana. Immerhin gehören sie praktisch schon zur Familie."


Mulder sah Scully aus dem Augenwinkel an und musste sich ein Lachen verkneifen.


Dana gab Mrs. Mulder noch einen Abschiedskuss auf die Wange.


"Und das sie mir schnell wieder gesund werden“, rief sie ihr hinterher und winkte ihnen noch so lange zu, bis das Auto nicht mehr zu sehen war.


Als sie außer Sichtweite waren, atmete Mulder einmal tief durch.


"Ich dachte schon, der Abend würde nie zu Ende gehen“, sagte er.


"Du sprichst mir aus der Seele. Also nichts gegen deine Mutter. Das Essen war hervorragend, aber ich fühle mich einfach nichts so gut. Wenn es dir nichts ausmacht, dann bring mich bitte zu meiner Mutter. Ich habe ihr versprochen noch vorbei zu kommen, wenn es nicht so lange dauert."


Mulder legte eine Hand auf Scully kleine Hand.


"Ich weiß ja nicht wie du darüber denkst, aber ich möchte mit diesem Versteckspiel aufhören. Ich wäre so dicht neben dir fast wahnsinnig geworden. Am liebsten hätte ich dich in meine Arme genommen."


"Mir ging es genauso“, sagte Scully und drückte seine Hand etwas fester.


 


 


Zehn Minuten später hielt Mulder den Wagen vor dem Haus von Maggie an.


"Soll ich dich morgen früh abholen?"


"Das wäre wunderbar“, antwortete sie und drücke ihm einen innigen, liebevollen Kuss auf.


Mulder wusste gar nicht wie ihm geschah.


"Wofür war der denn?"


"Kann mit meinen Hormonen zusammen hängen. Stell dich darauf ein, dass sowas öfters vorkommen kann."


"Solange es nicht direkt vor Skinner passiert oder während einer Besprechung."


Scully stieg aus und warf die Tür schwungvoll zu.


Dann ging sie zur Haustür.


Mrs. Scully öffnete die Tür, noch bevor Dana den Klingelknopf gedrückt hatte.


"Wow“, sagte sie etwas erstaunt“, kannst du Gedanken lesen?"


"Nein, ich habe Fox Wagen draußen stehen sehen."


Scully rechnete schon mit dem schlimmsten. Jetzt würde sie ihr bestimmt eine Standpauke halten, warum sie ihr nicht viel früher gesagt hat, dass sie und Mulder zusammen sind.


"Komm doch rein und setz dich. Ich habe eine Tasse Tee aufgesetzt. Möchtest du auch eine?"


"Gerne Mom“, sagte sie und gab ihrer Mutter erleichtert eine Kuss auf die Wange.


"Warum ist Fox nicht mit rein gekommen?"


Scully drehte sich um und sah ihre Mom sprachlos an.


"Er...er wollte noch was erledigen. Ansonsten wäre er es bestimmt gerne."


Dann folgte sie ihrer Mutter in die Küche.


"Kann ich dir bei irgendwas helfen?"


"Nein, lass nur. Ich schaff das schon."


Mrs. Scully kannte ihre Tochter besser als Dana dachte.


"Was ist los mit dir? Normalerweise brauchst du Monate, bis du mich besuchen kommst?"


"Es ist nichts Mom. Ich wollte dich halt sehen."


"Ach so."


Sie sah ihre Tochter mit zusammen gekniffenen Augen an.


"Du hast dich verändert."


"Verändert? Wie meinst du das?"


"Nun, du siehst so glücklich aus. Deine Gesichtsfarbe ist viel rosiger und...hast du zu genommen?"


"Mom !"


"Ich darf doch mal nach fragen. Es liegt bestimmt an deinem Partner."


Scully merkte, dass sie die Kontrolle über das Gespräch zu verlieren schien.


"Wie kommst du darauf?"


"Nun ja, ich habe euch vorhin...zufällig im Auto gesehen."


Dana spürte wie sie leicht rot wurde.


"Warum hast mir nichts davon erzählt?"


"Mulder und ich wollten es niemanden erzählen. Es ist einfach nicht üblich, das zwei FBI Agenten zusammen sind, wenn sie auch noch zusammen arbeiten."


"Also müsst ihr den ganzen Tag so tun, als wäre da nichts zwischen euch?"


Scully lachte. "Es ist nicht leicht, aber es geht."


Maggie setzte sich neben ihre Tochter.


"Weiß es noch jemand außer mir?"


"Was meinst du?"


"Na, dass ihr zusammen seid."


"Auch das meinst du, nein. Nur du, ich und Mulder."


"Mulder. Warum nennst du ihn nicht bei seinem Vornamen?"


"Das tue ich Mom, aber halt in anderen Situationen." Sie fing an zu schmunzeln.


"So direkt wollte ich es auch nicht wissen."


Scully sah auf ihre Uhr.


"Dann werde ich mir gleich mal ein  Taxi bestellen. Es ist schon spät und du willst sicherlich bald schlafen gehen."


"Kommt gar nicht in Frage. Du schläfst auf jeden Fall im Gästezimmer."


"Danke Mom."


 


 


Mitten in der Nacht wurde Mrs. Scully durch Lärm auf dem Flur geweckt. Sie drehte sich auf die Seite und schaute auf die Uhr. 2.34. Im Badezimmer, welches direkt vor ihrem Schlafzimmer lag, war Licht an. Sie zog sich Hauschuhe über und klopfte vorsichtig an die Badezimmertür.


"Alles in Ordnung da drin?"


 "Ja, alle in Ordnung. Ich habe wohl nur was falsches gegessen."


Scully klappte den Klodeckel wieder runter und lehnte sich an den Badewannenrand.


"Darf ich rein kommen?"


"Ja."


Maggie schloss die Tür hinter sich und sah ihre Tochter fragend an.


"Was ist wirklich los mit dir?"


"Eine Magen und Darmgeschichte, nichts ernstes."


"Wirklich? Teena rief mich vorhin an und sagte mir, dass er dir bei ihr schon so schlecht ging."


Dana glaubte ihren Ohren nicht zu trauen.


"Du hast mit Mulders Mutter gesprochen?"


"Ja. Wir haben uns im Supermarkt kennen gelernt, als sie ihr Tasche ausversehen fallen ließ."


Scully starrte ihre Mutter sprachlos an.


"Dana, ich will mich nicht in dein Leben einmischen, aber wenn du was mit mir besprechen möchtest, ich bin jederzeit für dich da."


Scully zögerte einen Moment. Sollte sie ihrer Mutter von der Schwangerschaft erzählen?


"OK, wir sehen uns dann morgen früh." Kurz bevor sie die Tür zumachte, drehte sie sich noch mal um. "Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich sagen, du wärst schwanger."


Scully schloss die Augen und sagte gar nichts.


Maggie hielt sich eine Hand vor den Mund.


"Es ist wahr, oder?"


Dana nickte leicht mit dem Kopf.


"Aber ich dachte immer, du könnest keine Kindern bekommen."


"Das dachten Mulder und ich auch Mom."


"Und was werdet ihr jetzt tun? Willst du, ihr, das Kind behalten?"


"Ich muss morgen zum Arzt, dann erfahren wir es hundert Prozentig. Vorher will ich da kein Urteil drüber fällen."


Scully stiegen Tränen in die Augen.


Maggie sah es, kniete sich vor ihre Tochter und nahm sie in die Arme.


"Mom, ich weiß einfach nicht was ich machen soll. Einerseits wünsche ich mir schon seit langem ein Baby. Doch anderseits läuft es Beruflich gerade nicht schlecht. Für was soll ich mich entscheiden?"


"Hast du Fox schon von dem Problem erzählt?"


Dana schüttelte den Kopf.


"Dann tu es Dana, immerhin geht es ihn auch was an."


Sie wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht.


"Habt ihr vor zu heiraten?"


"Nein. Das heißt, ich weiß nicht. Ich weiß ja noch nicht mal, was Mulder über die ganze Sache denkt."


"Am besten gehst du schlafen. Über Nacht lösen sich die meisten Probleme von selber."


"Oder es entstehen neue“, bemerkte Scully und zupfte ihre Klamotten zurecht.


"Solange du deinen Humor nicht verloren hast, kann es ja gar nicht so schlimm sein."


"Danke Mom."


"Wofür? Das ist doch wohl das wenigste was ich für dich tun kann."


Scully umarmte ihre Mutter noch mal und ging dann wieder schlafen.


 


 


Nächster Morgen, kurz vor 8 Uhr


 


Scully lag noch im Bett. Eigentlich hatte Maggie ihrer Tochter versprochen sie rechtzeitig zu wecken, weil Mulder sie zur Arbeit abholen wollte, doch Dana schlief so friedlich, da brachte sie es nicht übers Herz.


Sie bereitete gerade das Frühstück vor, als er an der Haustür klingelte.


Maggie spähte durch die Gardinen in der Küche und sah Mulder draußen stehen.


"Schönen guten Morgen."


"Ihnen auch Mrs. Scully“, sagte er“, ist Dana schon wach?"


"Nein, aber sie können trotzdem reinkommen."


"Danke." Etwas verlegen trat er ins Haus und sah sich um.


"Haben sie gestern Abend noch lange gearbeitet“, fragte Maggie und sah Sprachlosigkeit in Mulders Gesicht.


"Ja, ja ich musste noch ein paar Dinge erledigen."


Sie spürte seine Nervosität.


"Setzen sie sich doch. Ich werde mal nachschauen, ob Dana wach ist."


Gerade als sie nach oben zu Dana gehen wollte, kam Scully etwas zerknittert runter.


Sie wunderte sich, warum Mulder da war. Dann fiel es ihr wieder ein.


"Guten Morgen Sonnenschein“, sagte er und bemerkte die dunklen Ringe unter ihren Augen.


"Morgen. Wenn du willst können wir in ein paar Minuten los. Ich will nur schnell was trinken."


"Dana ich bin immer noch deine Mutter und ich will, dass du in deinem Zustand ordentlich frühstückst."


Mulder sah Scully mit großen Augen an.


"Dana hat es mir nicht erzählt“, sagte Maggie, um Mulder zu beruhigen“, ich habe es selber heraus gefunden. Eine Mutter spürt das eben."


"Also hat das Versteckspiel endlich ein Ende?"


Scully nickte.


Er ging auf sie zu, schloss sie fest in seine Arme und gab ihr einen Leidenschaftlichen Kuss.


"Darauf habe ich die ganze Nacht gewartet."


Mrs. Scully schmunzelte und ließ die beiden alleine.


"Warum hast du mich gestern Abend nicht angerufen? Ich wäre vorbei gekommen."


"Ich wollte es, aber es war kurz nach halb drei."


"Egal wie spät es ist, ich bin immer für dich da."


Scully löste sich aus seiner Umarmung.


"Hast du gewusst, dass deine Mutter und meine Mutter sich kennen?"


"Was?"


"Ja, meine Mom wusste von dem Essen."


"Nein, ich hatte keine Ahnung."


"Tja“, sagte Maggie und reichte Dana eine Tasse Tee“, ihr habt eure Geheimnisse und wir unsere."


"Danke für den Tee, aber wir sind schon spät dran."


Sie gab ihrer Mutter einen Kuss, schnappte sich die Jacke und verließ schnell das Haus.


Mulder gab der überraschten Maggie auch einen Kuss auf die Wange und lief Scully hinterher.


"Du bringst mich erst zu Dr. Morgenstern, dann wissen wir heute Abend mehr."


Mulder drückte kurz ihre Hand und startete dann den Motor des Wagens.


 


 


FBI Hauptquartier, 3.09 p.m


 


Mulder ließ die Telefonate aus seinem Büro auf sein Handy verlegen, damit sie immer und überall zu erreichen waren.


Agent Murdock wollte, dass sie nach Richmond fahren, ums ich dort die ungeklärten Umstände eines Selbstmordes angucken, als sie zu Skinner gerufen worden.


"Bitte setzen sie sich“, sagte er und wies auf die beiden Stühle vor ihnen.


"Um was geht es denn Sir“, fragte Scully.


"Ich habe mir ihren Bericht durchgesehen und dabei einige Unstimmigkeiten gefunden."


Scully sah ihn überrascht an.


"Also, es geht nicht direkt um den Fall, aber ich habe auch der Spesenliste gelesen, dass sie in einem Hotel eingecheckt haben und dies am gleichen Abend noch verließen, nachdem die von ihnen reservierten Zimmer 103 und 104 nicht mehr da waren, sondern eins auf einem anderen Stockwerk.


"Sir, das kann ich vielleicht erklären“, sagte Mulder etwas peinlich berührt.


"Dann versuchen sie mal Agent Mulder."


Gerade als er anfangen wollte, klingelte das Handy in seiner Jackentasche.


Scully sah ihn an und biss sich auf die Unterlippe.


"Mulder?"


Skinner sah Scully etwas irritiert an.


"Ja, die kann ich ihnen geben."


Er reichte Dana das Telefon.


"Es ist für dich."


Sie stand auf und nahm das Telefon in die Hand.


"Hier spricht Dana Scully?"


Skinner wurde die ganze Sache zu bunt.


"Agent Mulder, könnte ich sie bitten mich kurz aufzuklären, um was es hier geht?"


"Sofort Sir“, sagte er und beobachtete Danas Gesichtsausdruck.


"Ich verstehe." Ihre Augen füllten sich mit Tränen. "Geht in Ordnung."


Dann legte sie auf und gab Mulder das Handy wieder.


"Und?"


"Er hat unsere Vermutungen bestätigt."


"Du meinst?"


"Ja."


Skinner sah nur ratlos durch die Gegend.


Mulder nahm Scully in die Arme und hob sie ein paar Zentimeter vom Boden hoch. Er war so glücklich wie noch nie in seinem Leben.


"Du bist das beste was mir je passiert ist“, sagte er als ihm bewusst wurde, dass sie noch immer in Skinners Büro waren.


Er ließ sie runter und sie sahen Skinner an.


"Können sie mich mit wenigen Worten informieren um was es geht?"


Mulder sah zu Scully runter.


"Sir, Agent Scully und ich beantragen Urlaub. Und zwar für zwei, nein drei Wochen."


"Urlaub? Sie meinen zusammen?"


"Ja Sir. Oder haben sie die Flitterwochen schon mal alleine auf Hawaii verbracht."


Dana glaubte ihren Ohren nicht zu trauen.


Skinner konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.


"Ihr Antrag wird genehmigt. Aber nur unter einer Bedingung."


"Und die wäre?"


"Halt Moment“, fiel Scully ihm ins Wort“, darf ich dabei auch noch ein Wort mitreden?" Das war Mulders Stichwort.


Er wühlte in seinen Taschen herum, bis er einen kleinen Samtkasten heraus zog.


Skinner wusste, dass er hier im Moment überflüssig war und verließ unauffällig das Büro.


"Dana Scully. Du bist die einzige Person, der ich mein Leben anvertrauen würde. Ich möchte nicht einen Tag mehr von dir getrennt sein und meine Liebe zu dir offen zeigen können. Wir haben schon sehr viel in unserer Partnerschaft durchgemacht, so dass ich sagen kann, du bist ein Teil meines Lebens geworden. Deshalb möchte ich dich fragen, ob du mich heiraten willst."


Scully lächelte so bezaubernd wie damals, als er sie zum Tanzen aufgefordert hatte.


Sie strich ihm mit der Hand über die Wange.


"Ja, ich möchte die Heiraten."


Mulder nahm den Ring aus der Schachtel und steckte ihn ihr an den Finger.


Er passte wie angegossen.


Sie gab ihm eine Kuss und fing dann plötzlich an zu lachen.


"Was ist so lustig“, fragte er.


"Ist dir klar, was wir da eben getan haben?"


"Ja und ich bereue nichts davon."


"Ich auch nicht."


Mulder nahm ihre Hand und sie ging zurück in ihr Büro.


Jeder drehte sich um und nach ein paar Minuten verbreitet sich das Ereignis wie ein Lauffeuer im Büro. Von der Sekretärin bis zum Ranghöchsten Agenten wusste auf einmal jeder von dem Antrag in Skinners Büro.


Mulder zerrte Scully in ihr Büro, schloss die Tür ab und legte den Hörer beiseite.


Die Handy wurden ausgemacht und sogar das Faxgerät wurde auf off gestellt.


Dann nahm Mulder seine Zukünftige Frau in die Arme und küsste sie leidenschaftlich und innig.


Diesen Tag würde wohl niemand so schnell vergessen werden.


 


 


The End