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Real and not a Dream

von MissingSam

Kapitel 1

Scheiße, was hab ich da bloß wieder angestellt? Ich hab mir ja schon vieles geleistet, aber das setzt dem ganzen wirklich die Krone auf! Aber es war doch real...im Krankenhaus wollten mir zwar alle einreden, dass ich es nur geträumt hätte, aber glauben kann ich das nicht. Vor allem, wegen diesem blauen Fleck an meinem Kinn... Arrgh... Vielleicht sollte ich ganz von vorne anfangen, vielleicht verstehe ich ja dann... Also, wie war das? Ach ja...
Ich hatte durch Zufall erfahren, dass ein seit 1939 verschollenes Schiff im Bermuda Dreieck aufgetaucht war. Weiß der Geier, woher der Kerl das wusste, aber mir war sofort klar, dass ich dorthin musste. Koste es, was es wolle. Ich rief bei Scully zu Hause an, aber sie war wohl schon im Büro. Ich wollte nicht riskieren, dass jemand anders mitbekam, wohin ich wollte, also rief ich kurz bei den Jungs an und sagte, ich wäre zwischen Florida und den Bermuda Inseln. Das reichte ihnen.
Ich fuhr an die Küste und mietete ein Motorboot. Ich fuhr einfach drauf los, versuchte mich so gut es ging an die Karte zu halten. Ich war noch nie besonders gut im Kartenlesen, da ist Scully besser. Ich hätte sie gern dabei gehabt, aber im Nachhinein...es war wohl doch besser, dass ich allein war.
Plötzlich war mir wohl irgendetwas im Weg, jedenfalls erinnere ich mich nur noch an ein lautes Krachen, danach...Filmriss. Das nächste, was ich weiß, ist, dass ich auf dem Deck eines Schiffes lag, umringt von Matrosen. Das musste die Queen Ann sein, jenes Schiff, das am Anfang des Zweiten Weltkrieges in der Bermuda Gegend verschwunden war. Diese Typen dachten wohl, ich wäre Deutscher, denn sie ignorierten meinen Ausweis und behandelten mich wie Dreck...wie man eben einen Nazi behandeln sollte. Das klingt abfällig, ich weiß, aber wie soll ich es anders beschreiben? Wo war ich noch?
Dann schleppten die mich zu ihrem Captain. Ich dachte, er könne klären, woher ich kam und für wen ich arbeitete, doch auch er wollte nichts vom FBI wissen. Ich versuchte zu erklären, dass das Schiff durch einen Zeittunnel gezogen worden war und sich nun im ausgehenden 20. Jahrhundert befand, ich zeigte ihm sogar den Verlauf des Bermuda Dreiecks auf der Karte, aber das wurde auch ignoriert. Nachdem ein aufgeregter Matrose aufgetaucht war, schloss der Captain mich in seine Kajüte ein und verschwand. Ich stürzte an den Kurzwellensender und schickte einen Hilferuf hinaus. Doch niemand antwortete. Dann wollte ich es auf einem anderen Kanal versuchen, doch ich erwischte eine Rundfunkdurchsage...und erschrak. Der Nachrichtenonkel erzählte, dass Krieg zwischen England und Deutschland ausgebrochen war. Das musste bedeuten, dass nicht das Schiff die Zeit gewechselt hatte, sondern ICH! Ich war 60 Jahre in der Zeit zurückgerutscht, zum Anfang des Zweiten Weltkrieges! Toll, das hatte mir auch gerade noch gefehlt. Jetzt wusste WIRKLICH niemand, wo ich war. Und als wäre das nicht genug, ging auch noch in diesem Moment die Tür auf. Ich drückte mich in eine Ecke. Ein junger Mann in Uniform trat ein. Ich konnte sein Gesicht nicht sehen, doch er rief etwas, das dem Englischen "Hello" sehr nahe kam. Er musste ein Deutscher sein. Ich stürzte aus meiner Ecke und schlug ihn zu Boden. Erst jetzt sah ich sein Gesicht. Es war Spender! Na, das wurde ja immer schöner. Ich entledigte ihn seiner Klamotten und zog sie selbst an. danach trat ich aus der Kabine. Doch ich war kaum auf der nächsten Etage, als ich auch schon andere Soldaten sah. Die Deutschen mussten das Schiff gekapert haben, es gab gar keine andere Möglichkeit. Einer der Männer rief mir etwas zu. Ich drehte mich zwar kurz um, hastete dann aber davon. Das nächste, was ich mit Bestimmtheit sagen kann ist, dass ich in einem Tanzsaal war. Und da war tatsächlich Scully! Ich konnte es kaum fassen. Aber nachdem sie mich nicht erkannte, musste ich einsehen, dass auch sie nur ein "Abziehbild" war. Aber sie sah wirklich haargenau so aus wie Scully. Nur die Haare waren zu einer Frisur der Zeit hergemacht, aber sonst... Wie es schien, konnte sie sogar Deutsch. Als die Soldaten den Saal auf der Suche nach mir stürmten, wandte sie sich ab und tanzte weiter. Ich wurde...was haben die eigentlich genau gemacht? Sie haben mich gepackt und...na, das muss die Brücke gewesen sein. Der Captain war wohl gerade erschossen worden, denn er lag in einer Blutlache neben dem Steuer. Und dann bekam ich den Schock meines Lebens, denn der Typ zu dem mich die Soldaten zerrten war zweifelsohne der Krebskandidat. Doch er sprach Deutsch und weil er mich nicht verstand, wollte er mich erschießen, zumindest legte einer der Soldaten legte schon seine Pistole auf meinen Kopf an. Doch dann tauchte plötzlich ein weiterer Soldat auf, der meinen Ausweis in der Hand hielt. Ich wagte meinen Augen kaum zu trauen, denn es war Skinner. Skinner auf der Seite der Nazis? Scheiße. Nachdem er irgendwas erklärt hatte, brachten sie mich in den Maschinenraum. Ich erzählte den Arbeitern, dass ich im Tanzsaal einen Mann gesehen hätte, der eine Bombe bauen könne, mit dem die deutschen den Krieg gewinnen könnten. Ich versuchte ihnen so klar zu machen, dass sie das Schiff umdrehen mussten. Doch einer der Kerle konnte natürlich sein Maul nicht halten und sagte es den Deutschen. Ach fuck, warum passiert immer mir so was?! Dann kamen diese Nazi-Schweine zurück und brachten mich wieder in den Tanzsaal. Ich rief den Arbeitern noch zu, dass sie das Schiff umdrehen sollten, oder ihre Kinder würden niemals erfahren, was Freiheit ist. Ein paar Etagen weiter oben sollte ich dann den Bombenexperten identifizieren, sonst würden sie anfangen, Passagiere zu erschießen. Ich sollte ihnen den Mann zeigen, der Thor's Hammer hätte bauen können, ich fasse es nicht! Wenn so etwas Gefährliches je in die Hände Hitlers gekommen wäre, dann hätte es schlecht um uns gestanden. Gott sei Dank ist es damals nicht zur deutschen Atombombe gekommen. Als ich ihnen sagte, ich wüsste es nicht, erschossen sie einen Mann. Ich weigerte mich weiter. Nachdem sie zwei Männern das Leben genommen hatten, mischte sich "Scully" ein. Sie sagte, ich hätte keine Antworten, doch damit brachte sie nur sich selbst in die Schusslinie. Ganz toll. Ich zeigte daraufhin auf einen der toten Männer und behauptete, dass er der Wissenschaftler sei. Das war nicht gerade schlau, denn nun wurden die Waffen auf uns gerichtet. Wir mussten uns hinknien und warteten auf unsere Exekution. doch just in diesem Moment gab es am anderen Ende des Raumes einen Aufruhr. Die Arbeiter waren aus dem Maschinenraum ausgebrochen und stürzten sich nun auf die Soldaten, die uns in Bruchteilen von Sekunden vergaßen. Ich ging auf alle Viere und bedeutete der Scully-Kopie, mir zu folgen. Wir befanden uns gerade auf dem Flur, als uns eine Wache stoppte. Doch sie wurde von einem ihrer eigenen Leute erschossen, ich konnte ihn nicht genau erkennen. (Skinner?) Nach einigen Irrläufen durch den Bauch des Schiffes, gelangten wir schließlich auf Deck. Ich sagte der Frau, die Scully glich wie ein Ei dem anderen, sie müsse das Schiff umdrehen, weil Deutschland sonst den Krieg gewinnen würde, was bedeuten würde, dass ich niemals geboren werden würde. Sie fragte mich, ob ich verrückt wäre. Ganz und gar Scully...naja, fast. Das war es wahrscheinlich auch, was mich veranlasste, sie zu küssen. Gott...ich wünschte, ich könnte das mit "meiner Scully" so machen. Doch dann verpasste sie mir einen Kinnhaken. Der tat ihr aber scheinbar mehr weh als mir, denn sie hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Hand. Daraufhin lief ich zur Reling und sprang über Bord. Das nächste, woran ich mich erinnere ist, dass jemand meinen Namen rief. Ich öffnete die Augen und sag Scully neben mir stehen. Scully... Ich lag in einem Krankenhausbett und dann kamen Skinner und die Lone Gunmen herein. Ich erzählte ihnen von meinen Erlebnissen auf dem Schiff (den Kuss ließ ich natürlich raus), doch sie wollten mir nicht glauben. Dann gingen die vier wieder und nur Scully blieb zurück. Sie sagte, ich solle schlafen. Dann wollte auch sie gehen, doch ich hielt sie zurück. Ich setze mich etwas auf, sah ihr in die Augen und sagte ihr, dass ich sie liebe. Sie stöhnte auf, drehte sich um und verließ das Zimmer. In diesem Moment bemerkte ich einen blauen Fleck an meinem Kiefer...es war kein Traum gewesen, sondern real.
Ich habe Scully gesagt, dass ich sie liebe. Scheiße. Das hätte nie passieren dürfen. Es stimmt, ja, ich liebe sie. Sonst würde ich ihr nicht so vertrauen, sonst wäre es damals im Flur vor meinem Apartment nicht soweit gekommen. Scully kennt mich besser als irgendein anderer Mensch. Scully ist aber mehr für mich, als ein Lover je sein könnte. Aber ich hätte ihr nie sagen dürfen, dass ich sie liebe, das kann unsere ganze Partnerschaft zerstören. Scheiße, scheiße, scheiße.



Es klopft. Ich bin doch erst eine Nacht aus dem Krankenhaus raus, wer...? Ich gehe hin und öffne, dabei erhasche ich einen Blick auf die Uhr. Drei Uhr... ups, ich hab tatsächlich über drei Stunden an diesem Eintrag gearbeitet...
Vor mir steht Scully. Sie sieht verlegen aus. "Scully? Was führt Sie denn um diese Zeit hierher?"
"Entschuldigen Sie, dass ich Sie geweckt habe, Mulder, aber ich konnte nicht schlafen. Ich... ich muss mit Ihnen reden."
Sie sieht mich nicht an. Ist etwas passiert, oder...? "Ich habe nicht geschlafen. Kommen Sie rein." Sie betritt mein Apartment, geht zur Couch, setzt sich und vergräbt das Gesicht in den Händen. Ich gehe hin und setze mich neben sie. "Scully, was ist los? Ist etwas passiert?"
"Mulder... ach vergessen Sie's, ich hätte nicht kommen sollen."
Sie springt auf und will Richtung Tür, doch ich halte sie am Handgelenk fest. "Scully, was ist los? Sie tauen doch nicht wegen nichts um drei Uhr früh vor meiner Tür auf, das mache ICH normalerweise bei IHNEN. Also, worüber wollen Sie mit mir reden?"
Sie schluckt. Es fällt ihr sichtlich schwer, es zu sagen. Dann platzt sie heraus: "Es geht um das, was Sie im Krankenhaus zu mir gesagt haben."
Ich sehe sie wie vom Donner gerührt an. "Scully ich..." Ich stehe auf, so wird das nichts. Ich stelle mich direkt vor sie hin und zwinge sie, mir in die Augen zu sehen. "Dana, ich liebe dich." So, nun ist es heraus, kein Zurück mehr.
Sie schüttelt langsam den Kopf, Tränen treten in ihre Augen. "Mulder..."
Ich runzele die Stirn, was hat sie denn? "Dana was ist? Was bedrückt dich?"
"Mulder, ich meine..." Ihre Stimme ist nur noch ein Flüstern, als sie fortfährt. "Diana..."
Ich schüttele den Kopf. "Diana.... Dana, das ist über sechs Jahre her. Mag sein, dass sie noch etwas von mir will, aber das beruht keinesfalls auf Gegenseitigkeit. Dana... sieh mich an. Bitte." Sie hebt den Blick und sieht mir in die Augen. "Habe ich dir jemals etwas vorgemacht, dich jemals angelogen?" Sie schüttelt den Kopf, die Augen immer noch feucht von Tränen. "Siehst du." Damit beuge ich mich zu ihr herunter und küsse sie sanft.
Sie erwidert den Kuss. Als wir uns wieder voneinander lösen, sieht sie mich wieder an. Sie lächelt. Ich liebe es, wenn sie lächelt, sie sieht dann noch einmal so schön aus.
"Fox?" Sie nennt mich bei meinem Vornamen ...warum habe ich ihr das nicht früher angeboten?
"Yeah?"
"Ich liebe dich auch." Sie hat es gesagt! Ich glaube, ich bin der glücklichste Mann, der auf Erden rum läuft.

Sie stellt sich auf die Zehenspitzen und küsst mich wieder. Und diesmal ist es garantiert kein Traum, sondern definitiv real.


ENDE
Nicht zuviel Hallway, wir wollen uns ja noch was für einen extra Fic aufheben, nicht? *g*